Zeitschrift B&B Agrar

Unverzichtbar: Datensicherung

Externe Speichermedien sch├╝tzen vor Datenverlust

Computer-Arbeitsplatz
Foto: thodonal / stock.adobe.com

Es kommt ganz pl├Âtzlich: Der Kaffee landet auf dem Laptop oder ein hartn├Ąckiger Virus hat sich eingeschlichen. Ungesicherte Daten sind weg ÔÇô und zwar endg├╝ltig. Wer Daten nicht extern sichert, handelt grob fahrl├Ąssig.

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Externe Festplatten sind in verschiedenen Gr├Â├čen schon ab circa 30 Euro in jedem Elektrogesch├Ąft zu haben. Die meisten werden ├╝ber einen USB-Anschluss mit dem PC verbunden. Mittlerweile gibt es auch Festplatten, die ├╝ber WLAN angeschlossen werden.

Mit "Copy & Paste" (Kopieren und Einf├╝gen) kopiert man die Daten, die gesichert werden sollen, auf die Festplatte. Alternativ geht das mit einem Klick der rechten Maustaste auf die Markierung; im Kontextmen├╝ w├Ąhlt man den Befehl "Kopieren" und klickt dann mit der rechten Maustaste auf die externe Festplatte und w├Ąhlt "Einf├╝gen". Freunde der Tastenkombinationen nehmen den Weg Strg+C f├╝r "Kopieren" und Strg+V f├╝r "Einf├╝gen".

Nichts h├Ąlt ewig ÔÇô auch eine Festplatte hat ein Haltbarkeitsdatum. Deswegen m├╝ssen die Datentr├Ąger regelm├Ą├čig ausgetauscht werden. Die Lebensdauer l├Ąsst sich nicht genau auf Tag und Jahr benennen. Handhabung und Lagerung spielen eine Rolle. Die Lebenserwartung sinkt, wenn das Material erm├╝det, das Modell einen Produktionsfehler hat, manchmal ist es aber auch einfach Pech. Wer sich f├╝r externe Festplatten f├╝r die Sicherung entscheidet, sollte immer auf ein Paar oder besser noch ein Trio setzen. Jedes Exemplar bekommt die gleichen Daten. Falls eine Platte kaputtgeht, gibt es immer noch eine zweite.

Cloudsystem

Sitlisiertes Copy & Paste-Zeichen
"Copy & Paste" geh├Ârt zu den Grundsteuerungsarten. Foto: Ar_twork/stock.adobe.com

 Eine weitere Methode der Datensicherung ist das "Cloudsystem". Hier werden die Daten in einem virtuellen Raum im Internet gespeichert, in einer Art Datenwolke. Wer die abgelegten Daten mit einem sicheren Passwort sch├╝tzt, sorgt daf├╝r, dass sie nicht f├╝r jedermann zug├Ąnglich sind.

Wer einen Cloud-Speicherdienst nutzen m├Âchte, kommt um eine Anmeldung bei einem Anbieter (Provider) nicht herum. Erst dann steht Platz zur Verf├╝gung und der Button Hochladen (Upload) kommt zum Einsatz. Nun werden die Dateien angeklickt, die in die Cloud geschoben werden sollen. Dieser Weg f├╝hrt zum Ziel, ist aber relativ umst├Ąndlich. Es gibt inzwischen Software, die das Hochladen vereinfacht.

Die Vor- und Nachteile halten sich die Waage. Unbestritten ein Pluspunkt: Von ├╝berall kann man auf die Daten zugreifen. Die Daten werden nur dann abgerufen, wenn sie genutzt werden. Das spart Platz und au├čerdem Geld f├╝r die Hardware und deren Betreuung. Gezahlt wird lediglich f├╝r den Speicherplatz und eventuell zus├Ątzliche Dienste. Online-Speicherdienste k├╝mmern sich um die Datensicherungen und damit auch um eine Wiederherstellung der Daten. Was den Platz betrifft, gibt es nach oben keine Begrenzung. Wer mehr Platz braucht, kauft einfach zus├Ątzlichen Speicherplatz.

Daten im Internet sind nicht zu hundert Prozent sicher, sie k├Ânnen in falsche H├Ąnde geraten. Deshalb sollte jeder abw├Ągen, ob er hochsensible Daten im virtuellen Raum speichern m├Âchte. Man sollte sich im Klaren dar├╝ber sein, dass die Daten auf Servern fremder Unternehmen liegen. Rein theoretisch k├Ânnten unbefugte Dritte auf die Daten zugreifen. Die Details stehen im Kleingedruckten: Der Server der Cloud sollte innerhalb der EU stehen, denn hier wird Datenschutz gr├Â├čer geschrieben als etwa in den USA. Um eine Cloud nutzen zu k├Ânnen, ist eine schnelle und stabile Internetverbindung von N├Âten. Wenn die nicht l├Ąuft (etwa in l├Ąndlichen Regionen), macht diese Technik keinen Sinn.

USB-Stick und Co.

USB-Stick
USB-Sticks eignen sich nicht als dauerhaftes Speichermedium. Foto: Nomad_Soul/stock.adobe.com

Sie sind klein, handlich und g├╝nstig. Schnell kann ein USB-Stick an den Rechner eingesteckt werden. Mit "Copy & Paste" sind die Daten ruckzuck gesichert. Allerdings ist die Speicherkapazit├Ąt begrenzt. Das Risiko: USB-Sticks k├Ânnen vom einen auf den anderen Tag ausfallen. Auch deshalb eignen sie sich nicht als dauerhaftes Sicherungsmedium. Eher f├╝r den schnellen Transport von Dateien von A nach B.

Eine Alternative zu USB-Sticks sind CD oder DVD. Hier k├Ânnen gr├Â├čere Daten gesichert werden, zum Beispiel Fotos vom letzten Erntefest. Beim Brennen hilft ein kostenloses Brennprogramm. Herunterladen kann man solche Programme auf den Internetseiten von Computerzeitschriften.

Der Vorteil von CD/DVD: Sie lassen sich gut lagern und sortieren. So hat man einen guten ├ťberblick ├╝ber die Daten. Au├čerdem k├Ânnen Daten auf diese Weise bis zu zehn Jahren "haltbar" gemacht werden. Allerdings ist die Datensicherung auf CD/DVD zeitaufwendig.

F├╝r die Datensicherung muss kein Extra-Programm her ÔÇô das haben die Betriebssysteme (in der Regel Windows oder auch Mac OS) schon an Bord. Windows bietet je nach Betriebssystem verschiedene Optionen. Die Funktion "Sichern und Wiederherstellen" ist eine klassische Datensicherung auf ein externes Laufwerk zu regelm├Ą├čigen Zeitpunkten. Hier wird eingestellt, welche Inhalte wann auf welchem Medium gesichert werden sollen. Das Ziel (also der USB-Stick oder die externe Festplatte) muss daf├╝r nat├╝rlich angeschlossen sein. Alternativ gibt es den Dateiversionsverlauf. Hier wird bei jeder ├änderung einer Datei automatisch die neueste Fassung extern gesichert. Vorteil: Der Zugriff auf verschiedene Versionen ist m├Âglich.

Passwort

Wie sieht ein sicheres Passwort aus? Ideal ist eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern. Es sollten Gro├č- und Kleinbuchstaben vorkommen und ÔÇô falls zul├Ąssig ÔÇô Sonderzeichen, etwa das Ausrufezeichen. Leider sind nicht immer alle Sonderzeichen f├╝r Passw├Ârter erlaubt. Nicht geeignet sind Umlaute (├ä, ├ľ, ├ť).

Mithilfe eines Merksatzes bleibt das Passwort im Kopf. Von diesem Satz kommen die ersten Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zum Einsatz. Ein Beispiel: Aus dem Satz "Jeden Tag bin ich eine Stunde im B├╝ro!" wird das Passwort "JTbi1SiB!".

Das Institut f├╝r Standards und Technologie (National Institute of Standards and Technology = NIST) geht sogar noch weiter: Seine Devise: Das Passwort soll mindestens 20 Zeichen haben, denn die Technologie zum Knacken der Passw├Ârter wird immer besser. Erlaubt sind auch echte W├Ârter, die einen Satz bilden, der keinen Sinn hat und mit Sonderzeichen und Zahlen gemischt ist. Ein Beispiel: "Computer am Montag * jede Woche 1 Stunde".

Ein Passwort f├╝r mehrere Anwendungen zu nehmen ist allerdings tabu. Eine M├Âglichkeit ist, zus├Ątzlich zum Hauptpasswort f├╝r jede Anwendung die ersten beiden Buchstaben der Internetseite an den Anfang zu stellen, etwa HI f├╝r www.hi-tier.de. Wichtig ist, sich an das System zu halten, es also immer gleich zu machen. Sonst klappt es nicht.

F├╝r mehr Sicherheit sorgen Passwortmanager. Sie erzeugen schwer zu knackende Passw├Ârter und speichern sie in einer verschl├╝sselten Datei auf dem Computer. Sie m├╝ssen sich dann nur noch ein Passwort merken, n├Ąmlich das Masterpasswort.

Virenschutz

Kein Computer sollte ohne Antivirenprogramm im Netz unterwegs sein. Denn Computerviren und Sch├Ądlinge lauern ├╝berall: In E-Mail-Anh├Ąngen, in kostenlosen Downloads, selbst auf seri├Âsen Internetseiten. Die Schadprogramme kapern Computer, erpressen und stehlen Zugangsdaten. Schutzprogramme helfen, die unerw├╝nschten Eindringlinge abzuwehren. Es gibt viele auf dem Markt. Doch welches ist gut? Reichen kostenlose Programme? Oder muss man Geld daf├╝r ausgeben? Das ist eine Glaubensfrage. Selbst kostenlose Antivirenprogramme bieten bereits ein sehr hohes Schutzniveau. Aktuelle Tests bieten die Stiftung Warentest, das Bundesamt f├╝r Sicherheit in der Informationstechnik (www.bsi-fuer-buerger.de) oder Computerzeitschriften.

Dreier-Regel

Jeder sollte sehen, welcher Weg der Richtige ist und auf welches Pferd er setzt. Vielleicht lohnt sich auch eine Kombination aus verschiedenen Sicherungen? Au├čerdem sollte eine Sicherung immer offline erfolgen. Im Klartext: Wer die Daten in einer Cloud sichert, sollte zus├Ątzlich zum Beispiel eine externe Festplatte nutzen. Ein guter Anhaltspunkt ist die "goldene Dreier-Regel". Dahinter steckt, dass man immer drei Kopien machen sollte. Das hei├čt: Die Daten sind auf dem Computer und zus├Ątzlich zweimal gesichert: Etwa einmal auf einer externen Festplatte und einmal in einer Cloud. Im Idealfall liegt die externe Festplatte an einem anderen Ort, damit sie nicht zerst├Ârt wird durch Brand, Flut oder andere Gefahren.


Die Autorin

Anne Dirking

Anne Dirking

Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Uelzen
 anne.dirking@lwk-niedersachsen.de