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"Zukunft des Weinbaus liegt in Ihren Händen"

23.07.2018

Weinlese
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"Im Weinbau hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Mit der neuen Generation kommen frische Ideen in die Betriebe. Wir brauchen Sie, den qualifizierten Nachwuchs, um auch in Zukunft den Weinbau in Rheinland-Pfalz weiterzuentwickeln. Dies liegt in Ihren Händen." Das gab der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Norbert Schindler, 147 frischgebackenen Winzerinnen und Winzern bei deren Abschlussfeier in der Adelberghalle in Flonheim mit auf den Weg.

In ganz Rheinland-Pfalz haben bisher 530 junge Menschen ihre Prüfungen in einem der 14 Grünen Berufe abgelegt. Weitere Prüfungen laufen noch. In Flonheim nahmen 112 Winzer und 35 Winzerinnen der Anbaugebiete Ahr, Mittelrhein, Nahe, Pfalz und Rheinhessen ihre Zeugnisse entgegen. 27 von ihnen haben den Dualen Studiengang am Weincampus Neustadt absolviert. Bereits gestern hatten 37 Winzerinnen und Winzer von der Mosel ihren Abschluss in Schweich gefeiert. "Ihre Qualifikation ist der Schlüssel zur Weinqualität, professionellem Betriebsmanagement und erfolgsorientiertem Marketing und damit zur Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt", sagte Schindler. "In den vergangenen Jahren haben Sie sich Theorie und Praxis angeeignet. Freuen Sie sich darauf, das Gelernte nun im wahren Leben in die Tat umzusetzen." Deutschlands Weinland Nummer eins brauche gut ausgebildete Winzer, um auch künftig den Namen mit Stolz zu tragen.

Während der Veranstaltung wurden auch Ausbilderinnen und Ausbilder, Ausbildungsbetriebe und Prüfungsausschussmitglieder für ihren langjährigen Einsatz geehrt, ohne deren Mitwirken eine Durchführung der Prüfungen in der gewohnten Form nicht zu gewährleisten wäre.

Die Anzahl der Personen, die sich für eine Ausbildung als Winzer/ Winzerin entscheidet ist weiterhin stabil. Im Jahr 2015 wurden 215 neue Ausbildungsgänge geschlossen, im Jahr 2016 waren es 203 und im vergangenen Jahr 211.

Immer mehr weibliche Auszubildende

Schindler betonte, dass die Absolventinnen und Absolventen nun zwar im Berufsleben angekommen seien, dass sie jedoch lange noch nicht ausgelernt hätten. Sich weiterzubilden sei unverzichtbar. "Sie haben etwa die Option ihren Winzermeister zu machen. Dies bietet die Kammer berufsbegleitend über zwei Jahre an." Seit vergangenem Jahr wird das Absolvieren der Meisterprüfung durch das Land Rheinland-Pfalz mit einem Aufstiegsbonus von 1.000 Euro belohnt. Weitere 2.500 Euro bekommt, wer sich nach erfolgreicher Prüfung innerhalb von zehn Jahren selbstständig macht oder als Teilhaber bzw. Teilhaberin einsteigt. "Das sollte ein Anreiz sein." Für die Erweiterung weinbaulichen Wissens und Könnens gebe es in Rheinland-Pfalz beste Möglichkeiten. Schindler begrüßt, dass immer mehr Frauen die Grünen Berufe, und dabei nicht nur die Bereiche Hauswirtschaft und Pferdewirtschaft, wählen. "Junge Winzerinnen, Gärtnerinnen oder Landwirtinnen sind nicht mehr wegzudenken und bringen frischen Wind und gute Ideen in die Branche."

Dank an Ausbildungsbetriebe

Doch auch im Grünen Sektor sei der Fachkräftemangel schon zu spüren. Hier gelte es, sich von Seiten der Landwirtschaftskammer aktiv zu engagieren. So stellen zwei junge Kammermitarbeiterinnen im Projekt "Passgenaue Besetzung" beispielsweise die Grünen Berufe persönlich auf Messen und in Schulen vor. Die Landwirtschaftskammer wirkt auch am Ovalen Tisch für Ausbildung und Fachkräftesicherung der Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit. "Wir haben attraktive Berufsfelder. Doch wir müssen diese auch aktiv bewerben, damit die jungen Menschen Appetit auf die Grünen Berufe bekommen", betonte Schindler. Der Präsident dankte den Ausbildern, Berufsschulen und Prüfern für ihr Mitwirken in den Ausbildungsgängen. "Ein besonderer Dank ging an die Ausbildungsbetriebe. Aktuell bringen sich in Rheinland-Pfalz über 900 Betriebe in den Grünen Berufen aktiv ein, um die Auszubildenden fit und zukunftsfähig zu machen.

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Quelle: Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz