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Schulprojekte zu aktuellen Themen

09.10.2018

Menschengruppe vor Landmaschine
Foto: Lothar Dörsch

Wie ist es um die Nachhaltigkeit in den eigenen landwirtschaftlichen Betrieben bestellt? Und wie können sich junge Agrarbetriebswirtinnen besser miteinander vernetzen? Antworten geben zwei Schulprojekte, die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Agrarwirtschaft Köln-Auweiler neben 29 weiteren Themen in der Projektwoche bearbeiteten.

Das Themenspektrum der insgesamt 31 durchgeführten Projekte war ausgesprochen breit gefächert: Die jeweils von einer Fachlehrerin oder einem Fachlehrer betreuten Kleingruppen beschäftigten sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der Tierhaltung, des Pflanzenbaus, des Gerätebaus, der Vermarktung und vieler weiterer Bereiche. Zwei sehr gelungene – und thematisch wie inhaltlich ausgesprochen unterschiedliche – Projekte drehten sich um die Themen "Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" und "Aufbau eines Frauennetzwerks".

Betriebsbewertung in Sachen Nachhaltigkeit

Als Ziel des ersten Projektes formulierten die Schüler, die eigenen beziehungsweise elterlichen Betriebe unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit unter die Lupe zu nehmen und zu bewerten. Die Schüler machten zunächst die Beobachtung, dass jede Branche eine eigene Definition dessen entwickelt, was sie unter Nachhaltigkeit versteht. Aus Gründen der Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Betrieben und der objektiven Bewertbarkeit wäre es jedoch wesentlich hilfreicher und zielführender, über eine einheitliche Definition und darauf aufbauend über ein einheitliches Bewertungssystem zu verfügen, so ihre Schlussfolgerung. Daraus leiteten sich zwei für das Projekt zentrale Fragestellungen ab. Erstens: Wie definieren wir selbst Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft? Und welche Bewertungssysteme für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gibt es, und welches davon ist das für unseren Zweck am besten geeignete? Bei ihren Recherchen stießen die Projektteilnehmer auf insgesamt fünf Nachhaltigkeitssysteme.

Nach der Bewertung des eigenen Betriebes konnten interessante Schlussfolgerungen gezogen werden – hier einige Beispiele: Bei der Rinderhaltung fiel unter anderem die gentechnikfreie Fütterung positiv, die Gülleproblematik dagegen negativ ins Gewicht. Was den Betriebszweig Ackerfruchtbau betrifft, konnten die fünf Betriebe wiederum den technischen Fortschritt, etwa zur Ertragsmessung, für sich auf der Haben-Seite verbuchen, während bei der Artenvielfalt noch Luft nach oben ist. Die Ergebnisse wurden am Tag der offenen Tür den rund 120 Besucherinnen und Besuchern mit einem PowerPoint-Vortrag präsentierten. Die erstellten Projektmappen ermöglichen es, auch mit anderen Schülerinnen und Schülern am Thema "Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" zu arbeiten.

Vernetzung unter Frauen

Ein weiteres Schulprojekt hatte den Aufbau eines Frauennetzwerks zum Thema: Bei jungen Agrarbetriebswirtinnen ist nur wenig darüber bekannt, was sie nach ihrem Abschluss machen, ob sie ihre Ziele und Vorstellungen verwirklichen konnten oder ob sie vielleicht der Landwirtschaft in der Zwischenzeit den Rücken gekehrt haben. Aber gerade für Frauen wäre es hilfreich, stärker miteinander vernetzt zu sein, so die Überzeugung der Projektteilnehmerinnen. Ein Frauennetzwerk würde es ihnen zum Beispiel ermöglichen, sich über Arbeitsmöglichkeiten und Weiterbildungsangebote zu informieren, gegenseitig mit Tipps zum beruflichen Alltag weiterzuhelfen und über Themen auszutauschen, wie sie insbesondere junge Frauen betreffen, die als Agrarbetriebswirtinnen in der Landwirtschaft tätig sind. Die Fachschülerinnen beschlossen daher, im Rahmen ihres Schulprojektes die Voraussetzungen für ein solches Frauennetzwerk zu schaffen und wesentliche Vorarbeiten für sein Zustandekommen zu leisten.

Weitere Informationen

Ausführliche Beschreibungen beider Schulprojekte finden Sie in der aktuellen Ausgabe von B&B Agrar.