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Ökolandbau in der beruflichen Bildung besser vermitteln

28.03.2019

Vier Personen vor Roll-Ups
Dialog und Vernetzung fördern: (v.l.n.r.) BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden, KÖN-Geschäftsführerin Carolin Grieshop, Projektleiterin Jutta Beringer und Michael Stein, Abteilungsleiter Bildung im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Quelle: BLE

Ein wichtiger Schlüssel für die Ausdehnung des ökologischen Landbaus ist die berufliche Bildung. Doch wie lässt sich der Ökolandbau stärker in die Berufsausbildung in Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau integrieren?

Darüber diskutierten Bildungsexpertinnen und Experten bei einer Fachtagung am 27. und 28. März 2019 in Fulda. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien und Einrichtungen des Bundes und der Länder, den zuständigen Stellen für Berufsbildung in der Landwirtschaft, berufsständischen Verbänden, den Jugendverbänden des Agrarbereichs, Berufs- und Fachschulen, Lehr- und Forschungsanstalten, überbetrieblichen Bildungsstätten sowie von Ausbildungsbetrieben.

20 Prozent Ökolandbau in Deutschland – dieses Ziel der Bundesregierung lässt sich nur erreichen, wenn die Akteure von morgen spezifische Themen zum ökologischen Landbau in ihrer beruflichen Bildung kennenlernen. Im welchem Umfang derartige Themen bereits in der beruflichen Bildung für Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau aufgegriffen werden, zeigten auf der Tagung die Ergebnisse einer neuen Studie.

Handlungsbedarf in Dialogforen erarbeitet

So gibt es Unterschiede von Schule zu Schule und von Bundesland zu Bundesland. Manche Berufs- und Fachschulen räumen dem Ökolandbau bereits seit Jahren hohe Priorität ein. Aber es gibt auch Beispiele, in denen die Integration von Ökolandbau-Themen bislang noch wenig erfolgt ist. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) unterstützte Status-quo-Erhebung. Realisiert wurde die Studie unter dem Dach der "Zukunftsstrategie ökologischer Landbau" (ZöL) von dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), dem Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Verband der Landwirtschaftskammern (VLK).

Aufbauend auf der Status-quo-Analyse wurden in den vergangenen zwei Jahren mit allen Akteuren der beruflichen Bildung im Agrarbereich in den Bundesländern und den verschiedenen Produktionssparten Dialogforen durchgeführt und Handlungsoptionen erarbeitet.

Lehrerausbildung ist das A und O

"Für mehr Ökolandbau im Berufsschulunterricht brauchen wir mit den entsprechenden Kenntnissen ausgebildete Lehrer. Sie müssen in allen Stationen der Lehrerausbildung – im Studium und Referendariat – mit den Themen des Ökolandbaus vertraut gemacht werden", sagte Carolin Grieshop, KÖN-Geschäftsführerin. Dazu gehöre auch, die Berufs- und Fachschulen, die überbetrieblichen Ausbildungsstätten sowie die zuständigen Landesministerien sowie verantwortlichen Institutionen personell und finanziell ausreichend auszustatten. Sie müssten beispielsweise Weiterbildungsangebote schaffen, Landeslehrpläne überarbeiten oder Handreichungen schreiben. Wichtig sei aber auch, so die Experten von KÖN, DBV und VLK, die begonnenen Dialogprozesse fortzuführen und die Akteure bundesweit zu vernetzen, damit sie voneinander lernen können.

Hintergrund

Die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) ist ein wichtiges agrarpolitisches Instrument des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen. An der Realisierung der ZöL wirkt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträgerin des Bundesprogramms Ökologsicher Landbau und andere Formennachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) maßgeblich mit. Das BÖLN ist ein Programm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung