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Chancen und Herausforderungen nach der landwirtschaftlichen Aus- und Fortbildung

02.10.2019

Fünf Männer
Fünf Fachschulabsolventen (v.l.n.r.: Lars Döppner, Sebastian Sauer, Dominik Otto, Andreas Kornmann und Alexander Zietzer) schilderten, welche Bedeutung die Fachschule für ihre berufliche Entwicklung hatte. Foto: LLH

Dass Bildungsprozesse Persönlichkeiten prägen, zeigten auf sehr anschauliche Weise fünf Fachschulabsolventen während der Bundestagung der landwirtschaftlichen Fachschulen am 24. und 25. September in Fulda.

Diese waren eingeladen, ihren Werdegang persönlich vor rund 50 Teilnehmenden aus Berufs- und Fachschulen vorzustellen und zu schildern, welche Bedeutung die Fachschulfortbildung für ihre berufliche Entwicklung hatte. Fazit: Für alle war die Fachschulzeit prägend und hat sie persönlich und beruflich weitergebracht. Als besondere Vorteile des Fachschulbesuches stellten sie die vertiefte Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Themen, aber auch die Breite der Fortbildung mit Raum zum Beispiel für Themen der Mitarbeiterführung, Unternehmerschulung oder Möglichkeiten zur Netzwerkbildung heraus.

Welche Fähigkeiten bringen Fachschulabsolventinnen und Absolventen für die landwirtschaftlichen Unternehmen mit? Hierzu äußerten sich vier Geschäftsführer aus der Agrarbranche. Diese betonten den starken Praxisbezug der Fortbildung in der Fachschule und die daraus resultierende gute Vorbereitung auf die Arbeit im Betrieb. Immer wichtiger für die Arbeitgeber werden aber auch die sogenannten Soft Skills wie Empathie, vernetztes Denken, Neugierde und Motivation. Auch hier kann die Fachschule mit einer guten Unterstützung der Lernenden bei der Entwicklung sozialer und methodischer Kompetenzen punkten.

Ein zentrales Thema war ebenfalls die Nachwuchswerbung für die Aus- und Fortbildung in der Landwirtschaft. Nachwuchswerbung durch Absolventen der Fachschulen bei Schülerinnen und Schülern, durch das Erzählen – Storytelling – der eigenen Geschichte, funktioniert dabei besonders gut. Der Wettbewerb um gut qualifizierte Fachschülerinnen und Fachschüler wird in Zukunft immer stärker werden. Neben einem höheren Gehalt können zum Beispiel attraktive Arbeitszeitregelungen ein gutes Argument für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei der Werbung um landwirtschaftliche Fachkräfte sein.

Am zweiten Tag stand das Thema "Landwirtschaft im Fokus der Öffentlichkeit" im Mittelpunkt der Veranstaltung. Neben "best practice" Beispielen zum Thema kommunikative Kompetenzen, die auf einem Markt der Möglichkeiten vorgestellt wurden, stellten sich Praktikerinnen und Lehrer der Frage, wie Kommunikation mit Medien, NGO’s und den Nachbarn funktioniert und was Lernende an Kenntnissen zum Thema Kommunikation in der Fachschule mit auf den Weg bekommen sollten. Einig waren sich in der anschließenden Diskussion alle, das Kommunikationskompetenzen immer wichtiger werden und dass diese auch in der Fachschule vermittelt werden müssen.