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Bundesregierung stärkt internationales Engagement in der dualen Ausbildung

22.03.2017

Junge und Mädchen mit Weltkugel
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Viele Länder kämpfen mit den Folgen von hoher Jugendarbeitslosigkeit und dem Mangel an Fachkräften. Die Verbesserung der Berufsbildungssysteme steht in diesen Ländern daher im Fokus der Politik.

Das deutsche Ausbildungssystem wird weltweit als Erfolgsmodell gesehen und die Nachfrage nach  einer Zusammenarbeit mit Deutschland w√§chst stetig. Es ist die Strategie der Bundesregierung, die Aktivit√§ten der vier ma√ügeblich f√ľr die internationale berufliche Bildung zust√§ndigen Bundesministerien zu verzahnen. Dies hat sich als erfolgreich erwiesen, das langj√§hrige Engagement der Bundesregierung wird nun weiter ausgebaut. Zu diesem Ergebnis kommen das Bundesbildungsministerium, das Ausw√§rtige Amt, das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesentwicklungsministerium bei ihrer heutigen Bilanzkonferenz in Berlin.

Jedes der beteiligten Ministerien hat in den letzten Jahren den eigenen Beitrag zur Berufsbildungszusammenarbeit erhöht:

  • Das Bundeministerium f√ľr Bildung und Forschung geht sukzessive weitere strategische Kooperationen mit Industrie- und Schwellenl√§ndern ein, um Ausbildungsg√§nge mit Modellcharakter und Strategieprojekte der Sozialpartner zu f√∂rdern.
  • Das Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Energie schafft mit seiner F√∂rderung der Auslandshandelskammern eine Plattform f√ľr die duale Berufsausbildung nach deutschem Vorbild.
  • Das Ausw√§rtige Amt richtet an zahlreichen Auslandsvertretungen Runde Tische zur Koordinierung der verschiedenen Aktivit√§ten, zum Austausch von Erfahrungen sowie zur Sicherung eines einheitlichen Auftretens im Gastland ein.
  • Das Bundesministerium f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung f√∂rdert den Aufbau leistungsf√§higer Berufsbildungssysteme in Entwicklungs- und Schwellenl√§ndern.

"Wir beraten Staaten innerhalb und au√üerhalb Europas, wie die berufliche Bildung nicht nur rein in der Schule erfolgen kann, sondern auch im Unternehmen", sagte Georg Sch√ľtte, Staatssekret√§r im Bundesbildungsministerium. "Es geht darum, das Prinzip "Lernen im Betrieb" in den Bildungssystemen der Partnerl√§nder zu etablieren, die Unternehmen mit in die Pflicht zu nehmen und sie mit Verantwortung f√ľr die Ausbildung junger Menschen √ľbernehmen zu lassen."

Parlamentarischer Staatssekret√§r bei der Bundesministerin f√ľr Wirtschaft und Energie Dirk Wiese: "Die Wirtschaft braucht qualifizierte Fachkr√§fte. Wir bringen uns daher mit unserem weltweiten Netz der Auslandshandelskammern engagiert in die Berufsbildungszusammenarbeit ein. Mit "Skills Experts" unterst√ľtzen wir deutsche und lokale Unternehmen bei der bedarfsgerechten betrieblichen Ausbildung von Jugendlichen vor Ort."

Staatsministerin im Ausw√§rtigen Amt Maria B√∂hmer erkl√§rte dazu: "Das duale Ausbildungsprinzip bietet gro√üe Vorteile. Es steigert das Bildungsniveau und st√§rkt die wirtschaftliche Leistungsf√§higkeit eines Landes. Duale Ausbildung er√∂ffnet jungen Menschen neue Karriereoptionen, vielf√§ltigere berufliche Perspektiven und eine gr√∂√üere Chance auf soziale und wirtschaftliche Teilhabe. Durch unser Engagement f√ľr die berufliche Bildung leistet wir einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung von Gesellschaften und Kulturen."

Dr. Friedrich Kitschelt, Staatssekret√§r im Bundesministerium f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sagte: "Berufliche Bildung ist ein herausragendes Markenzeichen unserer Entwicklungspolitik. Gut ausgebildete Fachkr√§fte, die mit Herz, Kopf und Hand ihren Beruf und ihr Leben meistern, sind die Grundlage f√ľr nachhaltige Entwicklung. Wir haben die berufliche Bildung in dieser Legislaturperiode noch weiter massiv ausgebaut und investieren j√§hrlich im Schnitt gut 75 Millionen Euro in die Ausbildung junger Menschen in Entwicklungsl√§ndern. Rund zwei Millionen Menschen haben dadurch in den letzten Jahren eine berufliche Qualifikation erhalten. Allein in Tunesien konnten so 12.500 Frauen und M√§nner ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern."

Auch in internationalen Gremien hat die F√∂rderung der beruflichen Bildung eine Aufwertung erfahren. In mehreren Zielen der Entwicklungsagenda 2030 der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals - SDGs) ist die Berufsbildung verankert. Auch die G-20 Gipfel widmen sich verst√§rkt diesem Thema. Deutschland bringt hier seine Expertise ein und √ľbernimmt Verantwortung.

Es bestehen noch viele Herausforderungen: Die Einbeziehung der Unternehmen und Sozialpartner in die Berufsbildung ist in vielen Kooperationsländern noch unzureichend, da Betriebe, Kammern oder Gewerkschaften traditionell nicht an der Qualifizierung junger Leute beteiligt sind. Im Beratungsansatz der Bundesregierung spielt die Einbeziehung der Unternehmen und Sozialpartner in der Gestaltung der Berufsbildung daher eine wichtige Rolle.

Zudem ist in vielen Partnerländern das Image der Berufsbildung nicht gut und konkurriert häufig mit der Hochschulbildung. Auch wenn politische Akteure die duale Ausbildung bereits als gutes Modell sehen, muss bei Jugendlichen, Eltern und Arbeitgebern noch mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Mit ihrem internationalen Engagement unterst√ľtzt die Bundesregierung die Partnerl√§nder dabei,  ihre Bildungssysteme auszubauen und zu verbessern sowie die Besch√§ftigungsf√§higkeit junger Menschen zu erh√∂hen. Damit leistet die Bundesregierung einen Beitrag, die Ursachen von Flucht und Migration zu mindern.

Auch international t√§tige deutsche Unternehmen werden dabei unterst√ľtzt, ihre Fachkr√§fte vor Ort zu qualifizieren. Schlie√ülich profitiert auch die deutsche Berufsbildung von der Erfahrung anderer L√§nder und gewinnt durch das gemeinsame Lernen Impulse f√ľr die Weiterentwicklung des deutschen Systems.

Die Strategie der Bundesregierung f√∂rdert ein einheitliches Auftreten deutscher Akteure der Berufsbildung im Ausland. Mit GOVET wurde eine zentrale Anlaufstelle  f√ľr das Thema internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung geschaffen, die international und national viel genutzt wird.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Internetseitewww.govet.international.

Quelle: Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung