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Ausbildung: Studienaussteiger beim Neuanfang unterstützen

26.09.2016 erstellt von Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Schüler und Lehrerin
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Dem persönlichen Glück auf die Sprünge helfen: Dieses Ziel für junge Menschen, die während ihres Studiums ins Zweifeln geraten, hat sich ein Bündnis aus sechs Institutionen gesetzt.

Die Handwerkskammer Oldenburg, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, das Jobcenter Oldenburg und die Universität Oldenburg werden künftig gemeinsam gezielt auf (mögliche) Studienaussteiger zugehen. "Dieser Personenkreis bildet ein wertvolles Fachkräftepotenzial", heißt es in der Kooperationsvereinbarung, die am 22. September 2016 in Oldenburg vorgestellt wurde.

Nach Ansicht von Hans-Joachim Harms, Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, ist für viele Abiturienten und Abiturientinnen die Aufnahme eines Studiums mittlerweile Standard. Mögliche Alternativen der beruflichen Bildung würden bei den Überlegungen häufig nicht in Betracht gezogen. "Dabei bieten gerade die 'Grünen Berufe' eine Vielzahl von Karrierechancen auch ohne Abschluss eines Studiums", so Harms vor der Presse. Als "besonders wichtig" bezeichnete er es, den jungen Menschen in einer schwierigen Lebenssituation Perspektiven aufzuzeigen und sie für Alternativen zum Studium zu öffnen und zu begeistern.

Bundesweit beginnen jährlich 500.000 junge Menschen ein Studium - Tendenz steigend. Für den Wunschstudienplatz werden mithin lange Wartezeiten in Kauf genommen. Bis zum Ende halten aber nur gut zwei Drittel durch. Knapp 30 Prozent der Bachelor-Studierenden verlassen die Universitäten ohne Abschluss. Die häufigsten Gründe für den Studienausstieg sind unter anderem Leistungsprobleme, finanzielle Engpässe, mangelnde Motivation und fehlender Praxisbezug - so eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW).

Die Kooperationspartner werden die Studienaussteigerinnen und Studienaussteiger dabei unterstützen, einen Neuanfang zu starten, an dessen Anfang eine duale Berufsausbildung in einem Wirtschaftsbereich steht, der eine Vielfalt an Möglichkeiten und Karrierewegen bietet. Somit wird eine Win-Win-Situation angestrebt, die jungen Erwachsenen neue Zukunftsperspektiven eröffnet und der Oldenburger Wirtschaft dabei hilft, Potenziale zur Fach- und Führungskräftesicherung besser zu nutzen.

Die Zielgruppe, zu der neben Studienaussteigerinnen und Studienaussteigern auch deren persönliches Umfeld wie Eltern, Verwandte und Freunde gehören, soll durch direkte und indirekte Ansprache erreicht werden. Gleichzeitig werden Unternehmen gezielt und verstärkt dahingehend beraten, das Potenzial für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wahrzunehmen und die sich daraus ergebenden Chancen zur Fachkräftesicherung zu nutzen.

Die Kooperationspartner streben eine Verbesserung der Übergänge, der Verzahnung und der Durchlässigkeit von Hochschule und beruflicher Bildung an, beispielsweise durch wechselseitige Anrechnung von Leistungen/ Kompetenzen aus Beruf oder Studium zur Verkürzung eines Studiums oder einer Ausbildung im Rahmen der rechtlichen Vorgaben.

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