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Im November 2024 startete an der Fachschule für Gartenbau Dresden-Pillnitz eine neue Klasse mit 19 Fachschülerinnen und Fachschülern zur Ausbildung „Wirtschafter/Wirtschafterin Produktionsgartenbau“, die gleichzeitig auf die Meisterprüfung vorbereitet. Bereits zwei Wochen nach dem Ausbildungsstart bekamen sie eine Projektaufgabe gestellt: Unter dem Motto „Pflanzen nutzen“ sollten sie einen Infostand für den Pillnitzer Gartentag 2025 planen und gestalten. Das praxisorientierte Lernen ist ein zentraler Baustein in der Meisterausbildung. Insbesondere das eigenverantwortliche Konzipieren und Umsetzen eines Ausstellungsstandes zu einem fachlich relevanten Thema fördert bei den Fachschülerinnen und Fachschülern ein breites Spektrum an Kompetenzen.

Standkonzept entwickeln

Zunächst wurden fachliche Kompetenzen geschult: Die Auswahl geeigneter Pflanzenarten und -sorten und die Demonstration ihrer Nutzwerte (ästhetisch, ökologisch, funktional) erforderte fundierte Kenntnisse der Botanik, Pflanzenphysiologie und Sortenbewertung. Für die Entwicklung eines Standkonzepts mussten Zielgruppen analysiert und die Botschaften klar und zielgerichtet kommuniziert werden. Hier planten die Fachschülerinnen und Fachschüler eigenständig Ablauf, Gestaltung und Logistik, was ihr Organisationstalent und Zeitmanagement stärkte. Die praktische Umsetzung verlangte den Umgang mit Ressourcen und Budgetplanung – wichtige Kompetenzen für angehende Meisterinnen und Meister.

Ein weiterer zentraler Lernaspekt ist die zielgruppengerechte Vermittlung von Fachinhalten. Die Gestaltung von Informationsmaterialien und die persönliche Präsentation am Stand trainierten die Beratungskompetenz und die Fähigkeit, komplexe Inhalte anschaulich und verständlich darzustellen. So wurden die Fachschülerinnen und Fachschüler fit gemacht für Beratungsgespräche mit Kundschaft oder weiteren interessierten Personen und verbesserten hierdurch ihre kommunikativen und didaktischen Fähigkeiten.

Teamarbeit

Neben fachlichen Informationen sollte an jedem Stand auch eine Station für eine Kinderrallye eingebaut und mit Inhalt gefüllt werden. Die Ausschilderung der Kinderrallye diente der Besucherlenkung über das weitläufige Gelände der gartenbaulichen Versuchsflächen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, wo der Pillnitzer Gartentag stattfand. Zudem wurden durch diese Aktion gezielt junge Familien angesprochen und die jüngsten Gartenfreunde in den Mittelpunkt gestellt.

Die Arbeit an den Projektständen erfolgte in acht Zweier- und einem Dreier-Team. Die Zusammenarbeit im Team beim Aufbau und der Standbetreuung förderte soziale Kompetenzen wie Kooperation, Konfliktlösung und Verantwortungsübernahme. Die abschließende Reflexion des Projekts unterstützte die Fähigkeit zur Selbst- und Fremdeinschätzung, was für eine kontinuierliche persönliche und fachliche Weiterentwicklung essenziell ist.

Infostände mit spannenden Themen

Essbare Blüten: Steckbriefe informierten darüber, welche Pflanzen essbare Blüten liefern, wo diese Pflanzen zu finden oder wie diese heranzuziehen sind. Zahlreiche Rezepte ergänzten die Pflanzenporträts. Bei einem Wurfspiel auf großformatig ausgedruckten essbaren Blüten konnten Kinder ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.

Die Welt der Heilpflanzen: Die heilende Wirkung von Pflanzen wurde anhand von unterschiedlichen körperlichen Beschwerden aufgezeigt. Ein Samenratespiel vermittelte den Jüngsten, aus welchem Samen welche Pflanze wächst.

Düngen, Stärken, Schützen: Welche Pflanzen bieten durch ihr Wirkungsspektrum Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln? Ein konkretes Anwendungsbeispiel lieferte die Anleitung zum Anlegen einer Lactobazillus-Kultur. Für die Kinder gab es Samenpapier zum Ausstanzen und Einsetzen in die Erde.

Energiepflanzen: Edamame, Sida und weitere raschwüchsige Pflanzen werden als nachwachsende Rohstoffe genutzt. Die Kinder hatten eine Zuordnungsaufgabe zu lösen: Aus welcher Pflanze entstehen die auf den Bildern dargestellten Produkte?

Gärten ohne Grenzen: Ein Barfußpfad, Fühlboxen und eine Vielzahl an unterschiedlichen Pflanzen zum Schmecken, Fühlen, Riechen und Sehen luden dazu ein, Pflanzen mit allen Sinnen wahrzunehmen. Bei der Kinderrallye war ein guter Tastsinn gefragt.

Grünes Meer – natürlich gepflegt, natürlich bewahrt: Viele Anregungen für eine standortgerechte und individuelle Bepflanzung von Gräbern wurden weitergegeben. Eine Wasserbahn stellte für die jüngsten Besucher das Leben von der Geburt bis zum Tod dar.

Lebendige Erinnerungen: Dank ihrer Symbolkraft und der Bedeutung von Farben und Formen können Pflanzen Erinnerungen an geliebte Menschen bei der Grabbepflanzung lebendig werden lassen. Die Kinder konnten sich aus einer Vielzahl an natürlichen Materialien einen kleinen Holzanhänger basteln.

Fruchtriesen im Miniformat: Zwergobst und andere kleinwüchsige Obstgehölze kamen groß heraus. So wurden beispielsweise Zwergbrombeeren und Erdbeerhimbeeren als ideale Naschgehölze für den Balkon vorgestellt. Mit einer Armbrust konnten die kleinen und großen Kinder (Papp-)Äpfel vom Baum schießen.

Feigen nutzen: Die Welt der Feigen, ihre besonderen Standortansprüche und vielfältigen Möglichkeiten zur Verarbeitung wurden thematisiert. Kinder hatten die Aufgabe, alle acht auf dem Stand versteckten „Feigenfreunde“ zu finden.

Projektmappe erarbeiten

Der Kreativität bei der Themenfindung für die insgesamt neun Projektstände waren keine Grenzen gesetzt, auch wenn möglichst vorhandene Ressourcen genutzt werden sollten. Zunächst mussten die Fachschülerinnen und Fachschüler ein geeignetes Thema für ihren Stand finden sowie eine Fachlehrerin/einen Fachlehrer aus dem Kollegium, die/der sie themenspezifisch betreut. Anschließend ging es an die Entwicklung einer Idee und die theoretische Ausarbeitung für die praktische Umsetzung. Die Detailplanungen wurden im Rahmen von Vorträgen vorgestellt. Eine Projektmappe mit Skizzen zum Standaufbau und Ausarbeitungen zu geplanten Flyern und Postern wurde für die Benotung an die Lehrkräfte übergeben.

Da die Fachschülerinnen und Fachschüler von April bis Oktober in ihren Betrieben arbeiten, wurden für die Realisierung der Ideen und den Aufbau der Projektstände zwei Sommerschulwochenenden genutzt. Am Vortag des Pillnitzer Gartentages erfolgte ein Wertungsrundgang. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer beurteilten die praktische Umsetzung der Projektideen und eine Jury kürte die besten Stände. Der Verband ehemaliger Dresden-Pillnitzer e. V. sponsorte ein Preisgeld, mit welchem zwei erste und zwei zweite Plätze honoriert wurden. Die Auswahl fiel in diesem Jahr besonders schwer, denn alle Stände waren eine große Bereicherung des Pillnitzer Gartentages. Das Feedback der etwa 2.500 Besucherinnen und Besucher brachte dies deutlich zum Ausdruck.


Fachschule für Agrartechnik und Gartenbau

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Söbrigener Straße 3a
01326 Dresden-Pillnitz

fachschulen.lfulg@smekul.sachsen.de

https://www.smul.sachsen.de/fachschulen