Die Stärken der Fakultät

Gleich mehrere Alleinstellungsmerkmale nennt Prof. Dr. Karin Schnitker, die seit März 2025 Dekanin dieser Fakultät ist: als Erstes „die schiere Größe“. Circa 2.500 Studierende sind im Wintersemester 2025/2026 an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL) eingeschrieben. Insgesamt studieren rund 13.000 junge Menschen an der Hochschule Osnabrück (Stand: Wintersemester 2023/2024).

Zu den besonderen Stärken zählt die persönliche Lehre. „Aktuell haben wir an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur etwa 80 Lehrkräfte“, sagt Prof. Dr. Schnitker. „Unsere Fakultät ist mit sehr fachspezifischen Professoren besetzt, die ein hochkarätiges Lehrangebot gewährleisten, welches aktuelle Forschungsergebnisse umfasst“, so die Dekanin. In manchen Lehrveranstaltungen, zum Beispiel in dem ab dem dritten Semester angebotenen Projektstudium, kommen nur etwa fünf bis zehn Studierende auf eine Lehrkraft. Dadurch werde ein intensives Lernen mit engem Feedback ermöglicht, betont die Dekanin. In den Grundlagenmodulen werde die Lehrintensität durch große Gruppen wieder ausgeglichen. Das habe gerade im Grundstudium den positiven Nebeneffekt, dass sich die Studierenden eines Jahrgangs leichter kennenlernen und vernetzen können. Eine weitere Besonderheit in Osnabrück ist ein außergewöhnlich großer Wahlpflichtbereich, der den Studierenden Gelegenheit bietet, sich in den unterschiedlichsten Bereichen Wissen anzueignen und eigene Interessensschwerpunkte zu setzen.

Forschung für die Zukunft

Auch die Forschung spielt bei den Alleinstellungsmerkmalen eine große Rolle. „Die Hochschule Osnabrück ist die forschungsstärkste Hochschule in Niedersachsen und eine der forschungsstärksten in ganz Deutschland“, sagt Prof. Dr. Schnitker. „Für die Studierenden unserer Fakultät hat das unter anderem den Vorteil, dass sie mit zukunftsweisenden Aspekten der Agrar- und Ernährungswissenschaft sowie der Landschaftsarchitektur und -entwicklung in Berührung kommen. Dadurch erhalten sie zahlreiche Anregungen, nicht zuletzt für mögliche Themen ihrer Bachelor- oder Masterarbeit.“

Einen besonderen Stellenwert für die Forschung besitzt das 2019 eröffnete Forschungszentrum „Agrarsysteme der Zukunft“, das die Entwicklung neuer, klimaunabhängiger Anbaumethoden in der vertikalen Landwirtschaft zum Ziel hat. Auch das 2023 eröffnete Agro-Technikum hat eine zukunftsweisende Bedeutung. Es legt seine Schwerpunkte unter anderem auf die Weiterentwicklung moderner Hightech-Landwirtschaftsmaschinen, -geräte, -sensoren und -roboter sowie die digitale Transformation in der Landwirtschaft. Darüber hinaus fokussieren sich aktuelle Forschungsprojekte an der Fakultät auf resiliente Agrar- und Ernährungssysteme, die ökologisch und ökonomisch nachhaltig sind und den Herausforderungen des Klimawandels begegnen. Dabei geht es beispielsweise um die „Minimierung des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes durch frühzeitige Robustheitsprüfung in der Apfelsortenzüchtung“ oder das Thema „Nachhaltigkeit als Entwicklungschance ländlicher Regionen“.

Kooperation mit Weitblick

International gut vernetzt, zugleich aber auch in der Region fest verankert – das gehört zum Wesen der Hochschule Osnabrück und ihrer Fakultät AuL. „Der Standort befindet sich mitten im Hotspot der Agrar- und Ernährungsindustrie Deutschlands – und bei der Agrartechnikindustrie kann man auch sagen: im Zentrum Europas“, so Prof. Dr. Schnitker. Es gibt zahlreiche moderne Agrarunternehmen in der näheren Umgebung, mit denen die Fakultät sowohl in Studium als auch in der Forschung eng zusammenarbeitet. Durch die Kooperation mit diesen Transferpartnern ergeben sich sehr viele praxisbezogene Fragestellungen, die in die angewandte Forschung sowie die Projekt- und Abschlussarbeiten der Studierenden einfließen können.

Studierende erhalten an der Hochschule Osnabrück also viel Unterstützung – auch dann, wenn sie im Agrarbereich eine Existenz gründen oder den elterlichen Betrieb erweitern möchten. In diesem Fall steht ihnen das Gründungszentrum „StartUp!Lab RISE“ zur Verfügung und auch in der Fakultät werden viele Module zur Entwicklung und Vorbereitung einer Gründungsidee angeboten. Zudem gibt es einen dezentralen Gründungsbeauftragten, der eng mit dem hochschulzentralen Gründungszentrum zusammenarbeitet. In den Masterstudiengängen kann sogar ein ganzes Gründungssemester eingeplant werden. „Das ist einzigartig in Deutschland“, so Prof. Dr. Schnitker.

Bachelorstudiengang Landwirtschaft

Insgesamt 15 Bachelor- und zehn Masterstudiengänge stehen an der Fakultät zur Auswahl. Das breiteste Basiswissen vermittelt unter anderem der sechssemestrige Bachelorstudiengang Landwirtschaft. „Dieser Studiengang ist eigentlich auf 126 Studienplätze pro Semester ausgelegt, aber in den vergangenen Semestern wurden aufgrund der sehr guten Nachfrage rund 150 Studierende aufgenommen. Dies ist wiederum allein durch die große Anzahl von Lehrenden ohne Qualitätsverlust möglich“, erläutert Prof. Dr. Schnitker.

70 bis 80 Prozent der Studierenden kommen aus einem Umkreis von circa 100 Kilometern rund um Osnabrück. Darüber hinaus erstreckt sich das Einzugsgebiet bis nach Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. „Wir haben auch immer mal wieder Studierende aus Süddeutschland, aus anderen Ländern der EU und sogar von anderen Kontinenten“, ergänzt Schnitker.

Seit dem Wintersemester 2025/2026 gibt es eine Neuerung beim Bachelorstudiengang Landwirtschaft: Bei den Zulassungsvoraussetzungen wurde das Vorpraktikum auf insgesamt sechs Monate verkürzt. Zudem ist es jetzt möglich, die Praktikumszeit zu splitten und vier Monate vor, zwei Monate dagegen erst nach Studienbeginn zu absolvieren. Dessen ungeachtet hält die Dekanin ein Vorpraktikum nach wie vor für sinnvoll. "Wir möchten, dass unsere Studienanfänger über ein praktisches Grundverständnis für landwirtschaftliche Zusammenhänge verfügen“, erläutert sie. „Davon ist bei denjenigen, die eine landwirtschaftliche Fachschule besucht, eine Ausbildung absolviert oder fest in einem Agrarbetrieb gearbeitet haben, sicherlich auszugehen.“

In den ersten drei Semestern eignen sich die Studierenden Grundlagenwissen aus den Bereichen Naturwissenschaften, Produktionstechnik und Sozioökonomie an. Zum Teil im dritten, vollständig aber im vierten Semester startet darauf aufbauend der Wahlpflichtbereich. In diesem können sich die angehenden „Bachelors of Science Landwirtschaft“ ihr Studium aus einem umfangreichen Modulkatalog frei zusammenstellen. Ab dem vierten Semester umfasst dieser Katalog insgesamt 43 Module. Die Studierenden entscheiden selbst, zu welchen Inhalten sie sich spezialisieren möchten – oder ob ihnen ein breit angelegtes Fachwissen wichtiger ist. Optionale Schwerpunkte können auf die Themenbereiche „Angewandte Geflügelwissenschaften“, „Pferdemanagement“ und „Pflanzentechnologie" gesetzt werden.

Nach dem Abschluss sind sie in den unterschiedlichsten Sparten der Agrarbranche tätig. Das Spektrum reicht von der Abteilungsleitung oder Geschäftsführung im vor- oder nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft über das Herdenmanagement in einem größeren Betrieb sowie Tätigkeiten in einer Umweltbehörde oder einem Verband bis hin zur landwirtschaftlichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Bachelorstudiengang Agrarsystemtechnologien

Neu seit dem Wintersemester 2025/2026 ist der sieben Semester umfassende Bachelorstudiengang Agrarsystemtechnologien. Die Hintergründe für seine Einführung beschreibt die Dekanin folgendermaßen: „In der Landwirtschaft spielen Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz, Drohnen und andere über Apps gesteuerte Sensoren, Geräte und zum Teil auch teil- oder voll- autonome Fahrzeuge eine immer größere Rolle. Dieser Studiengang bereitet umfassend darauf vor und ist sowohl für Technik- als auch für Agrar-Interessierte interessant.“ Der Wunsch, einen solchen Studiengang zu etablieren, sei aus der Agrartechnikindustrie gekommen.

Beim „Bachelor Agrarsystemtechnologien“ beginnt der Wahlpflichtbereich ebenfalls im dritten Semester. Eine Besonderheit ist das „Agricultural Systems Project“ im fünften Semester, das den Fokus auf die konkrete Anwendung des erlernten Wissens in einem Praxisprojekt legt und gleichzeitig soziale Kompetenzen wie Team- und Kompromissfähigkeit schult. „Ein solches Praxisprojekt kann sich zum Beispiel um die Entwicklung einer KI zur Einzelpflanzen-Beobachtung drehen. Diese liefert die Grundlage für die maschinell gesteuerte Entscheidung, ob oder bei welchen Pflanzen wie viel von einem Pflanzenschutzmittel gespritzt werden muss. Das entscheidet die Maschine dann quasi während der Überfahrt“, veranschaulicht Prof. Dr. Schnitker.

Das in englischer Sprache durchgeführte „Agricultural Systems Project“ bereitet auch auf das anschließende Auslandssemester vor, das internationale Erfahrungen ermöglicht. Die Studierenden lernen dabei, dass es für bestimmte Problemstellungen in anderen Ländern andere Lösungen gibt“, beschreibt Prof. Dr. Schnitker den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand. Im siebten und letzten Semester steht als Grundlage für die Bachelorarbeit schließlich ein berufspraktisches Projekt an.

Bachelorstudiengang Pflanzentechnologie

Wie innovativ das Lehrangebot der Fakultät ist, beweist auch der achtsemestrige Bachelorstudiengang „Pflanzentechnologie in der Agrarwirtschaft“: Er ist als berufsbegleitendes Onlinestudium konzipiert, knüpft an ein mindestens zehnwöchiges Praktikum mit pflanzenbaulichem Schwerpunkt an und beinhaltet Module wie „Angewandte Pflanzenzüchtung und Saatguterzeugung“ oder „Einflussfaktoren auf die vegetative Pflanzenentwicklung“. Die Teilnahme an den Onlinevorlesungen und -übungen ist sowohl per Livestream als auch zeitlich versetzt möglich, was die Flexibilität zusätzlich erhöht. Jedes Semester schließt mit einer einwöchigen Präsenzphase ab. Während vom ersten bis zum siebten Semester jeweils vier Module parallel zu absolvieren sind, widmet sich das achte Semester einem wissenschaftlichen Praxisprojekt, das in die Bachelorarbeit mündet. „Die Industrie, die sich auf die Pflanzenentwicklung fokussiert hat, leidet unter einem gravierenden Fachkräftemangel“, sagt Prof. Dr. Schnitker. „Mit diesem Studiengang tragen wir dazu bei, dass sie hoch spezialisierte Mitarbeitende bekommen kann.“

Masterstudiengang Agrar- und Lebensmittelwirtschaft

Ein sehr viel breiteres Tätigkeitsspektrum, das die gesamte grüne Wertschöpfungskette umfasst, eröffnet der praxis- und forschungsorientierte Masterstudiengang „Agrar- und Lebensmittelwirtschaft“. Fachliche und wissenschaftliche Führungskompetenzen sollen über Pflichtmodule wie „Empirisches Arbeiten“ oder „Planung und Entscheidung“ sowie über Wahlpflichtmodule zu Themen wie „Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement“ vermittelt werden. Die Besonderheit bildet das Pflichtmodul zu den sogenannten Future Skills, bei dem die Studierenden in Tageskursen überfachliche Fähigkeiten trainieren. Dabei geht es zum Beispiel um Persönlichkeitsentwicklung, agile Selbst- und Teamführung, interkulturelle Kompetenzen und Konfliktfähigkeit.

Der viersemestrige Masterstudiengang „Agrar- und Lebensmittelwirtschaft“ wird seit dem Wintersemester 2025/2026 mit aktualisierten Inhalten angeboten: So besteht nun die Option auf ein Auslands- oder Gründungssemester im dritten Semester. Im Falle des Gründungssemesters starten die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem bereits erwähnten hochschuleigenen Gründungszentrum „StartUP!Lab RISE“ ein eigenes Gründungsprojekt, oft auf Basis von Hausarbeiten in anderen Modulen und Projektergebnissen. Das „Scientific Project“ und „Transferprojekt“ sind bereits seit Längerem angebotene, beliebte Optionen im dritten Semester. Sie bereiten insbesondere auf eine akademische Ausrichtung oder das Arbeiten in einem Unternehmen vor.

Nach dem erfolgreichen Abschluss sind die Absolventinnen und Absolventen für Führungspositionen prädestiniert. Viele von ihnen gehen auch in die Forschung. „Uns ist es wichtig, die Studierenden für das Bewältigen einer nachhaltigen und ganzheitlichen Transformation auszu-bilden – nicht nur im Hinblick auf den Klimawandel, sondern zum Beispiel auch auf die sich ständig verschiebenden globalen Märkte“, betont Prof. Dr. Schnitker. Aktuell arbeitet die Hochschule intensiv an der Entwicklung eines studiengangsrelevanten und fachübergreifenden Angebots zum Erwerb von Zukunftskompetenzen im Bereich „Künstliche Intelligenz“.


Hochschule Osnabrück

Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL)

Am Krümpel 31
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Telefon 0541 969-5110

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