Ausbildung

Abschrift der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Pflanzentechnologen und zur Pflanzentechnologin (Pflanzentechnologenausbildungsverordnung ÔÇô PflanzTechnAusbV)

Vom 12. M├Ąrz 2013
(BGBl. I S. 482)

pdf-Datei mit Verordnung und Ausbildungsrahmenplan (barrierearm | 163 KB)

Auf Grund des ┬ž 4 Absatz 1 in Verbindung mit ┬ž 5 des Berufsbildungsgesetzes, von denen ┬ž 4 Absatz 1 durch Artikel 232 Nummer 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) ge├Ąndert worden ist, verordnet das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung:

┬ž 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes

Der Ausbildungsberuf des Pflanzentechnologen und der Pflanzentechnologin wird nach ┬ž 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.

┬ž 2 Dauer der Berufsausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

┬ž 3 Ausbildungsrahmenplan, Ausbildungsberufsbild

(1)  Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage in der pdf-Datei) aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten (berufliche Handlungsf├Ąhigkeit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zul├Ąssig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.

(2)  Die Berufsausbildung zum Pflanzentechnologen und zur Pflanzentechnologin gliedert sich wie folgt:

Abschnitt  A

Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten:

  1. Kulturpflanzen zu Versuchs- und Vermehrungszwecken anbauen, pflegen und ernten,
  2. Versuche und Untersuchungsreihen planen, durchf├╝hren und dokumentieren,
  3. Z├╝chtungs- und Vermehrungsverfahren anwenden,
  4. Maschinen und Ger├Ąte einsetzen, pflegen und warten; Arbeitsstoffe einsetzen,
  5. Probennahme und -analyse durchf├╝hren,
  6. Vorbereiten von Arbeitsabl├Ąufen, Arbeiten im Team, Organisation,
  7. Qualit├Ątssicherungssysteme anwenden,
  8. Informations- und Kommunikationstechniken anwenden;

die vorstehenden Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sind prozessbezogen in mindestens zwei der folgenden Einsatzgebiete zu vermitteln:

  1. Feldversuchswesen,
  2. Gew├Ąchshaus,
  3. Kulturlabor,
  4. Pflanzenschutzversuchswesen,
  5. Saatgutwesen,
  6. Untersuchungslabor,
  7. Zuchtgarten;

die vorstehenden Einsatzgebiete werden vom Ausbildungsbetrieb festgelegt; eine ausschlie├čliche Kombination der beiden Einsatzgebiete Saatgutwesen und Untersuchungslabor ist nicht m├Âglich; andere Einsatzgebiete sind zul├Ąssig, wenn in ihnen die Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten nach diesem Abschnitt vermittelt werden;

Abschnitt B

Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten:

  1. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
  2. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
  3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
  4. Umweltschutz
  5. Naturschutz, ├Âkologische Zusammenh├Ąnge, Nachhaltigkeit.

┬ž 4 Durchf├╝hrung der Berufsausbildung

(1)  Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Aus├╝bung einer qualifizierten beruflichen T├Ątigkeit im Sinne von ┬ž 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes bef├Ąhigt werden, die insbesondere selbstst├Ąndiges Planen, Durchf├╝hren und Kontrollieren einschlie├čt. Diese Bef├Ąhigung ist auch in Pr├╝fungen nach den ┬ž┬ž 5 und 6 nachzuweisen.

(2)  Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans f├╝r die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.

(3)  Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu f├╝hren. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis w├Ąhrend der Ausbildungszeit zu f├╝hren. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelm├Ą├čig durchzusehen.

┬ž 5 Zwischenpr├╝fung

(1)  Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenpr├╝fung durchzuf├╝hren. Sie soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.

(2)  Die Zwischenpr├╝fung erstreckt sich auf die in der Anlage f├╝r die ersten drei Ausbildungshalbjahre aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er f├╝r die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3)  Die Zwischenpr├╝fung findet in den Pr├╝fungsbereichen

  1. Pflanzenvermehrung,
  2. Pflanzenbau

statt.

(4)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Pflanzenvermehrung bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    a)  Substrate ausw├Ąhlen,
    b)  Qualit├Ąt von Pflanzenmaterial zur Vermehrung beurteilen,
    c)  Pflanzenmaterial in Kultur nehmen,
    d)  Pflegema├čnahmen durchf├╝hren,
    e)  Daten erfassen und dokumentieren
    und dabei Kontaminationen vermeiden, Arbeitsschritte festlegen, Ger├Ąte, Maschinen und Arbeitsstoffe ausw├Ąhlen und einsetzen, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualit├Ątssicherung und Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ergreifen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll eine Arbeitsprobe durchf├╝hren und hier├╝ber ein auftragsbezogenes Fachgespr├Ąch f├╝hren; bei der Aufgabenstellung sind h├Âchstens zwei der nach ┬ž 3 Absatz 2 Abschnitt A festgelegten Einsatzgebiete zu Grunde zu legen;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 90 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das Fachgespr├Ąch in h├Âchstens 15 Minuten durchgef├╝hrt werden.

(5)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Pflanzenbau bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    a)  Verfahren zum Anbau, zur Pflege und zur Ernte von Kulturpflanzen darstellen,
    b)  Ma├čnahmen zum Anbau, zur Pflege und zur Ernte von Kulturpflanzen planen
    und dabei Arbeitsschritte festlegen, fachspezifische Berechnungen durchf├╝hren, den Einsatz von Ger├Ąten, Maschinen und Arbeitsstoffen planen, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualit├Ątssicherung und Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ber├╝cksichtigen und die wesentlichen fachlichen Zusammenh├Ąnge aufzeigen kann;
  2. der Pr├╝fling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 90 Minuten.

┬ž 6 Abschlusspr├╝fung

(1)  Durch die Abschlusspr├╝fung ist festzustellen, ob der Pr├╝fling die berufliche Handlungsf├Ąhigkeit erworben hat. In der Abschlusspr├╝fung soll der Pr├╝fling nachweisen, dass er die daf├╝r erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und F├Ąhigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, f├╝r die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.

(2)  Die Abschlusspr├╝fung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er f├╝r die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3)  Die Abschlusspr├╝fung besteht aus den Pr├╝fungsbereichen:

  1. Versuchsdurchf├╝hrung,
  2. Kultursteuerung,
  3. Z├╝chtungsverfahren,
  4. Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Versuchsdurchf├╝hrung bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    a)  Versuchspl├Ąne umsetzen,
    b)  Pflanzenmaterial in Versuchen und Untersuchungsreihen einsetzen,
    c)  Probennahmen durchf├╝hren,
    d)  Ma├čnahmen zur Verh├╝tung von Pflanzensch├Ąden ergreifen,
    e)  Daten erheben und dokumentieren,
    f)  Ergebnisse darstellen
    und dabei Vorgaben, insbesondere zur Sicherung der statistischen Auswertbarkeit, beachten, fachspezifische Berechnungen durchf├╝hren, Arbeitsabl├Ąufe festlegen, Ger├Ąte, Maschinen und Arbeitsstoffe ausw├Ąhlen und einsetzen, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualit├Ątssicherung sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ergreifen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll eine Arbeitsaufgabe durchf├╝hren und hier├╝ber ein auftragsbezogenes Fachgespr├Ąch f├╝hren; bei der Aufgabenstellung sind h├Âchstens zwei der nach ┬ž 3 Absatz 2 Abschnitt A festgelegten Einsatzgebiete zu Grunde zu legen;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 120 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das Fachgespr├Ąch in h├Âchstens 15 Minuten durchgef├╝hrt werden.

(5)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Kultursteuerung bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    a)  Pflanzenmaterial hinsichtlich des Entwicklungsstandes beurteilen,
    b)  Wachstumsfaktoren von Pflanzen entsprechend vorgegebener Kulturziele beeinflussen,
    c)  Pflanzenentwicklung und Pflanzenwachstum steuern,
    d)  Schaderreger erkennen und Ma├čnahmen ergreifen
    und dabei Kontaminationen vermeiden, Arbeitsabl├Ąufe festlegen, Ger├Ąte, Maschinen und Arbeitsstoffe ausw├Ąhlen und einsetzen, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualit├Ątssicherung und Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ergreifen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll eine Arbeitsaufgabe durchf├╝hren und hier├╝ber ein auftragsbezogenes Fachgespr├Ąch f├╝hren; bei der Aufgabenstellung sind h├Âchstens zwei der nach ┬ž 3 Absatz 2 Abschnitt A festgelegten Einsatzgebiete zu Grunde zu legen;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 90 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das Fachgespr├Ąch in h├Âchstens 15 Minuten durchgef├╝hrt werden.

(6)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Z├╝chtungsverfahren bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    a)  Z├╝chtungsmethoden unter Ber├╝cksichtigung ihrer biologischen Grundlagen darstellen,
    b)  Vermehrungs- und Regenerationsverfahren ausw├Ąhlen
    und dabei verfahrensspezifische fachliche Hintergr├╝nde und Zusammenh├Ąnge aufzeigen, fachspezifische Berechnungen durchf├╝hren, berufsspezifische Vorschriften, insbesondere zum Sorten- und Saatgutrecht, ber├╝cksichtigen, Arbeitsabl├Ąufe festlegen, Ma├čnahmen zur Qualit├Ątssicherung sowie zum Umweltschutz und zur Nachhaltigkeit ergreifen, die Bedeutung von genetischen Ressourcen darstellen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 120 Minuten.

(7)  F├╝r den Pr├╝fungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenh├Ąnge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann;
  2. der Pr├╝fling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 60 Minuten.

(8)  Die einzelnen Pr├╝fungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

  • 1.  Pr├╝fungsbereich Versuchsdurchf├╝hrung: 30 Prozent,
  • 2.  Pr├╝fungsbereich Kultursteuerung: 30 Prozent,
  • 3.  Pr├╝fungsbereich Z├╝chtungsverfahren: 30 Prozent,
  • 4.  Pr├╝fungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent.

(9)  Die Abschlusspr├╝fung ist bestanden, wenn die Leistungen

  1. im Gesamtergebnis mit mindestens "ausreichend",
  2. in mindestens drei Pr├╝fungsbereichen mit mindestens "ausreichend",
  3. in keinem Pr├╝fungsbereich mit "ungen├╝gend" bewertet worden sind.

(10)  Auf Antrag des Pr├╝flings ist die Pr├╝fung in einem der mit schlechter als "ausreichend" bewerteten Pr├╝fungsbereiche, in denen Pr├╝fungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine m├╝ndliche Pr├╝fung von etwa 15 Minuten zu erg├Ąnzen, wenn dies f├╝r das Bestehen der Pr├╝fung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses f├╝r diesen Pr├╝fungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der m├╝ndlichen Erg├Ąnzungspr├╝fung im Verh├Ąltnis von 2:1 zu gewichten.

┬ž 7 Bestehende Berufsausbildungsverh├Ąltnisse

Berufsausbildungsverh├Ąltnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, k├Ânnen unter Anrechnung der bisher zur├╝ckgelegten Ausbildungszeit nach den Vorschriften dieser Verordnung fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren.

┬ž 8 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. August 2013 in Kraft.

Bonn, den 12. M├Ąrz 2013

Die Bundesministerin
f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Ilse Aigner

Fu├čnote

Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des ┬ž 4 des Berufsbildungsgesetzes. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte von der St├Ąndigen Konferenz der Kultusminister der L├Ąnder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan f├╝r die Berufsschule werden demn├Ąchst im amtlichen Teil des Bundesanzeigers ver├Âffentlicht.