Ausbildung

Abschrift der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten/zur Milchwirtschaftlichen Laborantin

(Milchwirtschaftliche-Laboranten-Ausbildungsverordnung ÔÇô MilchLAusbV)

Vom 29. Mai 2013 (BGBl. I S. 1405)

pdf-Datei der Verordnung mit Ausbildungsrahmenplan (barrierefrei | 91 KB)

Auf Grund des ┬ž 4 Absatz 1 in Verbindung mit ┬ž 5 des Berufsbildungsgesetzes, von denen ┬ž 4 Absatz 1 durch Artikel 232 Nummer 1 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) ge├Ąndert worden ist, verordnet das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung:

┬ž 1
Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes

Der Ausbildungsberuf des Milchwirtschaftlichen Laboranten und der Milchwirtschaftlichen Laborantin wird nach ┬ž 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes staatlich anerkannt.

┬ž 2
Dauer der Berufsausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre.

┬ž 3
Ausbildungsrahmenplan, Ausbildungsberufsbild

(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage in der pdf-Datei) aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten (berufliche Handlungsf├Ąhig keit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zul├Ąssig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):

Abschnitt A
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten:

  1. Arbeitsabl├Ąufe vorbereiten und organisieren; im Team und kundenorientiert arbeiten,
  2. Arbeitsger├Ąte und -mittel unter Ber├╝cksichtigung rationeller Energie- und Materialverwendung wirtschaftlich einsetzen, pflegen und warten,
  3. Laborbedarf beschaffen, kontrollieren und lagern,
  4. Lebensmittelsicherheitssysteme anwenden und Hygienema├čnahmen durchf├╝hren, kontrollieren und beurteilen,
  5. Qualit├Ątssicherungssysteme anwenden,
  6. Be- und Verarbeiten von Milch und Milchprodukten ├╝berwachen,
  7. Proben entnehmen und zur Untersuchung vorbereiten,
  8. chemische, physikalische und mikrobiologische Untersuchungsverfahren anwenden, dokumentieren und f├╝r die Qualit├Ątsbeurteilung heranziehen,
  9. sensorische Pr├╝fungen durchf├╝hren und Ergebnisse bewerten,
  10. Informations- und Kommunikationstechniken anwenden,
  11. Labordateninformationsmanagementsysteme anwenden;

Abschnitt B
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten:

  1. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
  2. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
  3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
  4. Umweltschutz.

┬ž 4
Durchf├╝hrung der Berufsausbildung

(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Aus├╝bung einer qualifizierten beruflichen T├Ątigkeit im Sinne von ┬ž 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes bef├Ąhigt werden, die insbesondere selbstst├Ąndiges Planen, Durchf├╝hren und Kontrollieren einschlie├čt. Diese Bef├Ąhigung ist auch in Pr├╝fungen nach den ┬ž┬ž 5 und 6 nachzuweisen.
(2) Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans f├╝r die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.
(3) Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu f├╝hren. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis w├Ąhrend der Ausbildungszeit zu f├╝hren. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelm├Ą├čig durchzusehen.

┬ž 5
Zwischenpr├╝fung

(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenpr├╝fung durchzuf├╝hren. Sie soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
(2) Die Zwischenpr├╝fung erstreckt sich auf die in der Anlage f├╝r die ersten drei Ausbildungshalbjahre aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sowie den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er f├╝r die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Die Zwischenpr├╝fung findet in den Pr├╝fungsbereichen

  1. Untersuchungsmethoden,
  2. Untersuchung von Milch

statt.

(4) F├╝r den Pr├╝fungsbereich Untersuchungsmethoden bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er Arbeitsger├Ąte, Arbeitsmittel und Untersuchungsproben produktbezogen vorbereiten sowie Untersuchungsverfahren durchf├╝hren und dabei Arbeitszusammenh├Ąnge erkennen, Ma├čnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Qualit├Ątssicherung und zur Wirtschaftlichkeit sowie zum Umweltschutz ber├╝cksichtigen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. f├╝r den Nachweis nach Nummer 1 sind folgende T├Ątigkeiten zu Grunde zu legen:

    • a) Durchf├╝hren volumetrischer Untersuchungen,
    • b) Durchf├╝hren chemischer Untersuchungen zur Bestimmung des Fettgehaltes oder Untersuchungen des Wassergehaltes oder des Trockenmassegehaltes,
    • c) Durchf├╝hren physikalischer Untersuchungen zur Bestimmung der Dichte oder des Gefrierpunktes oder des pH-Wertes oder der Leitf├Ąhigkeit,
    • d) Durchf├╝hren mikrobiologischer Untersuchungen zur Bestimmung von Keimen anhand mikroskopischer Methoden oder der Gesamtkeimzahl oder antibiotisch wirksamer Substanzen;

  3. der Pr├╝fling soll zu jeder T├Ątigkeit eine Arbeitsprobe durchf├╝hren und hier├╝ber jeweils ein situatives Fachgespr├Ąch f├╝hren;
  4. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt insgesamt 200 Minuten; innerhalb dieser Zeit sollen die Fachgespr├Ąche insgesamt in h├Âchstens 20 Minuten durchgef├╝hrt werden.

(5) F├╝r den Pr├╝fungsbereich Untersuchung von Milch bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er Milch untersuchen kann und daf├╝r Proben entnehmen und vorbereiten, chemische, physikalische und mikrobiologische Methoden anwenden kann und dabei Arbeitszusammenh├Ąnge erkennen, Arbeitsmittel und -abl├Ąufe festlegen, rechtliche Vorgaben, Ma├čnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum Umweltschutz ber├╝cksichtigen, die wesentlichen fachlichen Zusammenh├Ąnge aufzeigen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 120 Minuten.

┬ž 6
Abschlusspr├╝fung

(1) Durch die Abschlusspr├╝fung ist festzustellen, ob der Pr├╝fling die berufliche Handlungsf├Ąhigkeit erworben hat. In der Abschlusspr├╝fung soll der Pr├╝fling nachweisen, dass er die daf├╝r erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und F├Ąhigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, f├╝r die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu Grunde zu legen.
(2) Die Abschlusspr├╝fung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgef├╝hrten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er f├╝r die Berufsausbildung wesentlich ist.
(3) Die Abschlusspr├╝fung besteht aus den Pr├╝fungsbereichen

  1. Labortechnik und Untersuchungswesen,
  2. Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie,
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) F├╝r den Pr├╝fungsbereich Labortechnik und Untersuchungswesen bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    • a) Arbeitsabl├Ąufe organisieren,
    • b) Proben entnehmen und f├╝r die Untersuchung vorbereiten,
    • c) geeignete Untersuchungsverfahren ausw├Ąhlen,
    • d) Proben chemisch, physikalisch, mikrobiologisch und sensorisch untersuchen,
    • e) Ergebnisse dokumentieren, auswerten sowie beurteilen

      und dabei Arbeitszusammenh├Ąnge erkennen, Arbeitsmittel festlegen, betriebliche und rechtliche Vorgaben, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Lebensmittelsicherheit, zur Qualit├Ątssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz ber├╝cksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen Zusammenh├Ąnge aufzeigen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. f├╝r den Nachweis nach Nummer 1 sind aus folgenden T├Ątigkeiten mindestens zwei auszuw├Ąhlen:
    • a) Untersuchen von Konsummilch,
    • b) Untersuchen von Milcherzeugnissen,
    • c) Untersuchen von Butter,
    • d) Untersuchen von K├Ąse;

      bei der Auswahl einer der T├Ątigkeiten ist ein Untersuchungsschwerpunkt des Ausbildungsbetriebes zu ber├╝cksichtigen;
  3. der Pr├╝fling soll zwei Arbeitsaufgaben durchf├╝hren und hier├╝ber jeweils ein auftragsbezogenes Fachgespr├Ąch f├╝hren;
  4. die Pr├╝fungszeit f├╝r die Arbeitsaufgaben betr├Ągt insgesamt 270 Minuten; innerhalb dieser Zeit sollen die Fachgespr├Ąche in h├Âchstens 30 Minuten durchgef├╝hrt werden.

(5) F├╝r den Pr├╝fungsbereich Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er
    • a) produktspezifische Untersuchungsabl├Ąufe planen,
    • b) produktspezifische Untersuchungsverfahren und -methoden ausw├Ąhlen und begr├╝nden,
    • c) die Funktionsf├Ąhigkeit von Arbeitsger├Ąten und Arbeitsmitteln beurteilen,
    • d) Ergebnisse auswerten, unter Ber├╝cksichtigung der eingesetzten Produkttechnologie beurteilen und dokumentieren,
    • e) auf Abweichungen von produktspezifischen Vorgaben reagieren

      und dabei Arbeitszusammenh├Ąnge erkennen, rechtliche Vorgaben, Ma├čnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Lebensmittelsicherheit, zur Qualit├Ątssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz ber├╝cksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen Zusammenh├Ąnge aufzeigen und seine Vorgehensweise begr├╝nden kann;
  2. der Pr├╝fling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 120 Minuten.

(6) F├╝r den Pr├╝fungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen folgende Vorgaben:

  1. Der Pr├╝fling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenh├Ąnge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann;
  2. der Pr├╝fling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;
  3. die Pr├╝fungszeit betr├Ągt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Pr├╝fungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

  1. Labortechnik und Untersuchungswesen: 60 Prozent,
  2. Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie: 30 Prozent,
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde: 10 Prozent.

(8) Die Abschlusspr├╝fung ist bestanden, wenn die Leistungen

  1. im Gesamtergebnis mit mindestens "ausreichend",
  2. im Pr├╝fungsbereich "Labortechnik und Untersuchungswesen" mit mindestens "ausreichend",
  3. in mindestens einem weiteren Pr├╝fungsbereich mit mindestens "ausreichend",
  4. in keinem Pr├╝fungsbereich mit "ungen├╝gend"

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Pr├╝flings ist die Pr├╝fung in einem der mit schlechter als "ausreichend" bewerteten Pr├╝fungsbereiche, in denen Pr├╝fungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine m├╝ndliche Pr├╝fung von etwa 15 Minuten zu erg├Ąnzen, wenn dies f├╝r das Bestehen der Pr├╝fung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses f├╝r diesen Pr├╝fungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der m├╝ndlichen Erg├Ąnzungspr├╝fung im Verh├Ąltnis von 2:1 zu gewichten.

┬ž 7
Bestehende Berufsausbildungsverh├Ąltnisse

Berufsausbildungsverh├Ąltnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, k├Ânnen unter Anrechnung der bisher zur├╝ckgelegten Ausbildungszeit nach den Vorschriften dieser Verordnung fortgesetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren.

┬ž 8
Inkrafttreten, Au├čerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. August 2013 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Milchwirtschaftliche-Laboranten-Ausbildungsverordnung vom 31. Mai 1988 (BGBl. I S. 694) au├čer Kraft.

Die Bundesministerin
f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz

Fu├čnote

Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des ┬ž 4 des Berufsbildungsgesetzes. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte von der St├Ąndigen Konferenz der Kultusminister der L├Ąnder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan f├╝r die Berufsschule werden demn├Ąchst im amtlichen Teil des Bundesanzeigers ver├Âffentlicht.