Ausbildung

Abschrift der Verordnung ├╝ber die Eignung der Ausbildungsst├Ątte f├╝r die Berufsausbildung zum Tierwirt/zur Tierwirtin

Vom 13. Juli 2005 (BGBl. I S. 2172)

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Auf Grund des ┬ž 27 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes vom 23. M├Ąrz 2005 (BGBl. I S. 931) verordnet das Bundesministerium f├╝r Verbraucherschutz, Ern├Ąhrung und Landwirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung nach Anh├Ârung des Hauptausschusses des Bundesinstituts f├╝r Berufsbildung:

┬ž 1 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den wirtschaftlichen Zustand

(1) Die Ausbildungsst├Ątte muss unter Ber├╝cksichtigung der in ┬ž 27 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes genannten Anforderungen ein Betrieb sein, der nach Art und Umfang der Produktion sowie nach seinem Bewirtschaftungszustand die Voraussetzungen daf├╝r bietet, dass den Auszubildenden die in der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Tierwirt/zur Tierwirtin geforderten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten (berufliche Handlungsf├Ąhigkeit) in der gemeinsamen beruflichen Fachbildung und der Ausbildung in der jeweiligen Fachrichtung vermittelt werden k├Ânnen. Eine kontinuierli-cheAnleitung muss gew├Ąhrleistet sein.

(2) Die Ausbildungsst├Ątte muss als Haupterwerbsbetrieb, als selbstst├Ąndige Betriebseinheit oder als Einrichtung der ├Âffentlichen Hand bewirtschaftet und nach betriebswirtschaftlichen Grunds├Ątzen gef├╝hrt werden. Die Wirtschaftsergebnisse m├╝ssen buchf├╝hrungsgem├Ą├č erfasst sein.

(3) Die Geb├Ąude, baulichen Anlagen und technischen Ausstattungen der Ausbildungsst├Ątte m├╝ssen den im Hinblick auf die Ausbildungsziele zu stellenden Anforderungen entsprechen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sein.

(4) Es muss gew├Ąhrleistet sein, dass die erforderlichen Betriebsmittel, insbesondere die Ger├Ąte, Maschinen und technischen Einrichtungen, f├╝r die Ausbildung zur Verf├╝gung stehen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sind. Die notwendigen Einrichtungen zu deren Pflege sowie f├╝r Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten m├╝ssen vorhanden sein.

(5) Ein Abdruck der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Tierwirt/zur Tierwirtin und der Pr├╝fungsordnung sowie der Ausbildungsplan m├╝ssen in der Ausbildungsst├Ątte an geeigneter Stelle zur Einsicht ausgelegt oder den Auszubildenden ausgeh├Ąndigt werden. Den Auszubildenden soll f├╝r die betriebliche Ausbildung f├Ârderliche Fachliteratur zur Verf├╝gung stehen. Soweit tarifvertragliche Regelungen f├╝r den Ausbildungsbetrieb gelten, sind diese in der Ausbildungsst├Ątte zur Einsicht auszulegen.

(6) Die Ausbildungsst├Ątte muss die Gew├Ąhr daf├╝r bieten, dass die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes, der Unfallverh├╝tungsvorschriften, der Arbeitsst├Ąttenverordnung und sonstige Vorschriften zum Schutze der Auszubildenden eingehalten werden k├Ânnen. Sie muss ├╝ber geeignete Sozialr├Ąume und Sanit├Ąrr├Ąume verf├╝gen. Bei der Antragstellung gem├Ą├č ┬ž 27 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes muss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der zust├Ąndigen Berufsgenossenschaft ├╝ber die Einhaltung der Unfallverh├╝tungsvorschriften vorliegen, die nicht ├Ąlter als ein Jahr ist. Haben Ausbildende Auszubildende in die h├Ąusliche Gemeinschaft aufgenommen, so muss eine Unterkunft zur Verf├╝gung gestellt werden, die zeitgem├Ą├č beschaffen und ausgestattet ist.

(7) Eine Ausbildungsst├Ątte ist ungeeignet, wenn ├╝ber das Verm├Âgen des Inhabers oder der Inhaberin ein Insolvenz- oder Vergleichsverfahren er├Âffnet worden ist.

┬ž 2 Fachrichtungsspezifische Anforderungen

(1) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Rinderhaltung muss ├╝ber einen Rinderbestand verf├╝gen, der alle Altersstufen der Rinderhaltung umfasst. Insbesondere m├╝ssen die technischen Einrichtungen zur Milchgewinnung und Lagerung vorhanden sein. Ausreichende Fl├Ąchen zur Weidehaltung von Rindern m├╝ssen nachgewiesen werden.

(2) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Schweinehaltung muss ├╝ber einen Tierbestand verf├╝gen, der den gesamten Reproduktionsprozess der Schweinehaltung, einschlie├člich der Mast, umfasst. Die k├╝nstliche Besamung muss im Betrieb angewandt werden.

(3) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Gefl├╝gelhaltung muss ├╝ber einen Tierbestand verf├╝gen, der den gesamten Reproduktionsprozess der Gefl├╝gelhaltung, einschlie├člich der Mast, umfasst. Im Falle von Ausbildungsverb├╝nden muss dies f├╝r den Verbund nachgewiesen werden. Insbesondere soll der Betrieb auch ├╝ber Einrichtungen zur Eiersortierung und -lagerung sowie zur Schlachtung und Schlachtk├Ârperaufbereitung verf├╝gen.

(4) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Sch├Ąferei muss ├╝ber einen Schafbestand verf├╝gen, der alle Altersstufen der Schafhaltung umfasst. Insbesondere m├╝ssen die Voraussetzungen f├╝r das H├╝ten der Schafe sowie f├╝r die Gewinnung von Fleisch und Wolle vorhanden sein. Ausreichende Fl├Ąchen zum H├╝ten der Schafe und zur Durchf├╝hrung von Landschaftspflegema├čnahmen mit Schafen m├╝ssen nachgewiesen werden.

(5) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Imkerei muss ├╝ber einen ausreichenden Bestand an Bienenv├Âlkern verf├╝gen, der unterschiedliche Bereiche der V├Âlkerf├╝hrungen, wie Wirtschaftsimkerei, Ablegerbildung, K├Âniginnenaufzucht, repr├Ąsentiert, so dass die notwendige Vielfalt und Tiefe der Vermittlung der beruflichen Handlungsf├Ąhigkeit gew├Ąhrleistet ist. Der Betrieb muss ├╝ber Standorte mit unterschiedlichen Trachtangeboten verf├╝gen. Insbesondere m├╝ssen Einrichtungen zur Bienenwanderung, zur Honiggewinnung, -lagerung und -vermarktung vorhanden sein.

┬ž 3 Ausnahmeregelungen

Eine Ausbildungsst├Ątte, in der die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten nicht im vollen Umfang vermittelt werden k├Ânnen, gilt als geeignet, wenn sichergestellt ist, dass diese durch Ausbildungsma├čnahmen au├čerhalb der Ausbildungsst├Ątte in einer anderen anerkannten Ausbildungsst├Ątte, in Form von Ausbildungsverb├╝nden oder in Form ├╝berbetrieblicher Ausbildung vermittelt werden k├Ânnen.

┬ž 4 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. August 2005 in Kraft.