Ausbildung

Abschrift der Verordnung ├╝ber die Eignung der Ausbildungsst├Ątte f├╝r die Berufsausbildung zum Pferdewirt und zur Pferdewirtin

Vom 7. Februar 2011 (BGBl. I S. 228)

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Auf Grund des ┬ž 27 Absatz 3 in Verbindung mit Absatz 1 und 2 des Berufsbildungsgesetzes, von denen Absatz 3 durch Artikel 232 Nummer 2 Buchstabe a der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407) ge├Ąndert worden ist, verordnet das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung nach Anh├Ârung des Hauptausschusses des Bundesinstituts f├╝r Berufsbildung:

┬ž 1 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den Bewirtschaftungszustand

(1)  Die Ausbildungsst├Ątte muss unter Ber├╝cksichtigung der in ┬ž 27 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes genannten Anforderungen ein Betrieb sein, der nach Art und Umfang der Produktion und Dienstleistungen sowie nach seinem Bewirtschaftungszustand die Voraussetzungen daf├╝r bietet, dass den Auszubildenden die in der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin vom 7. Juni 2010 (BGBl. I S. 728) in der jeweils geltenden Fassung geforderten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten (berufliche Handlungsf├Ąhigkeit) vermittelt werden k├Ânnen. Eine kontinuierliche Anleitung muss gew├Ąhrleistet sein.

(2)  Die Ausbildungsst├Ątte muss als Haupterwerbsbetrieb, als selbstst├Ąndige Betriebseinheit oder als Einrichtung der ├Âffentlichen Hand bewirtschaftet und nach betriebswirtschaftlichen Grunds├Ątzen gef├╝hrt werden. Die Wirtschaftsergebnisse m├╝ssen buchf├╝hrungsgem├Ą├č erfasst sein.

(3)  Die Geb├Ąude, baulichen Anlagen und technischen Ausstattungen der Ausbildungsst├Ątte m├╝ssen den im Hinblick auf die Ausbildungsziele zu stellenden Anforderungen sowie dem Stand der Technik und des Tierschutzes entsprechen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sein.

(4)  Ausbildungsst├Ątten, die selbst nicht ├╝ber die f├╝r die Durchf├╝hrung der Ausbildung erforderliche Vielfalt und den notwendigen Umfang der Produktion und Dienstleistungen verf├╝gen, d├╝rfen nur ausbilden, wenn sie nachweisen, dass die durch sie nicht zu vermittelnden Inhalte der Ausbildungsordnung in dem f├╝r die Ausbildung notwendigen Umfang und der erforderlichen Vielfalt bei Vertragspartnern vermittelt werden k├Ânnen.

(5)  Es muss gew├Ąhrleistet sein, dass die erforderlichen Betriebsmittel, insbesondere die Ger├Ąte, Maschinen und technischen Einrichtungen, f├╝r die Ausbildung zur Verf├╝gung stehen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sind.

(6)  Ein Abdruck der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin und der Pr├╝fungsordnung sowie der Ausbildungsplan m├╝ssen in der Ausbildungsst├Ątte an geeigneter Stelle zur Einsicht ausgelegt oder den Auszubildenden ausgeh├Ąndigt werden. Den Auszubildenden soll f├╝r die betriebliche Ausbildung f├Ârderliche Fachliteratur zur Verf├╝gung stehen. Soweit tarifvertragliche Regelungen f├╝r den Ausbildungsbetrieb gelten, sind diese in der Ausbildungsst├Ątte zur Einsicht auszulegen.

(7)  Die Ausbildungsst├Ątte muss die Gew├Ąhr daf├╝r bieten, dass die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes, der Unfallverh├╝tungsvorschriften, der Arbeitsst├Ąttenverordnung und sonstige Vorschriften zum Schutze der Auszubildenden eingehalten werden k├Ânnen. Sie muss ├╝ber geeignete Sozialr├Ąume und Sanit├Ąrr├Ąume verf├╝gen. Bei der Beantragung der Anerkennung nach ┬ž 27 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes muss eine Bescheinigung der zust├Ąndigen Berufsgenossenschaft ├╝ber die sicherheitstechnische ├ťberpr├╝fung des Betriebes vorliegen, die nicht ├Ąlter als ein Jahr ist. Sollen Auszubildende in die h├Ąusliche Gemeinschaft der Ausbildungsst├Ątte aufgenommen werden, so muss eine Unterkunft zur Verf├╝gung gestellt werden, die zeitgem├Ą├č beschaffen und ausgestattet ist.

(8)  Eine Ausbildungsst├Ątte ist ungeeignet, wenn ├╝ber das Verm├Âgen des Inhabers oder der Inhaberin ein Insolvenz- oder Vergleichsverfahren er├Âffnet worden ist.

┬ž 2 Fachrichtungsspezifische Anforderungen

(1)  Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service muss ├╝ber einen Bestand von mindestens 20 Pferden verf├╝gen. Dieser Bestand muss eine Ausbildung im Reiten oder Fahren sicherstellen. Regelm├Ą├čiger Kundenkontakt und Einrichtungen zur Kundenberatung und -betreuung m├╝ssen vorhanden sein. Des Weiteren muss der Ausbildungsbetrieb ├╝ber ganzj├Ąhrig nutzbare Auslaufpl├Ątze, Reit- oder Fahrpl├Ątze sowie entsprechende Fl├Ąchen und Einrichtungen zur Weidehaltung verf├╝gen.

(2)  Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Pferdezucht muss ├╝ber einen Bestand von mindestens f├╝nf Pferden im aktiven Zuchteinsatz verf├╝gen. Auf- und Nachzucht m├╝ssen im Betrieb gehalten werden. Die Vermittlung der Ausbildungsinhalte zur Reproduktion muss sichergestellt werden. Die Mitgliedschaft in rassespezifischen Zuchtverb├Ąnden oder -organisationen ist erforderlich. Des Weiteren muss der Ausbildungsbetrieb ├╝ber ganzj├Ąhrig nutzbare Auslaufpl├Ątze sowie entsprechende Fl├Ąchen und Einrichtungen zur Weidehaltung verf├╝gen.

(3)  Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Klassische Reitausbildung muss ├╝ber einen Bestand von mindestens drei Springpferden und mindestens drei Dressurpferden verf├╝gen, der die Ausbildung von Pferden und Reitern sowie Reiterinnen sowohl im Dressur- als auch im Springreiten bis zu den in der Ausbildungsordnung f├╝r diese Fachrichtung beschriebenen Schwierigkeitsgraden sicherstellt. Die materiell-technischen Voraussetzungen zur Ausbildung von Kunden im Reiten m├╝ssen vorhanden sein. Insbesondere muss die Ausbildungsst├Ątte ├╝ber eine gedeckte Reitbahn mit einer Fl├Ąche von mindestens 20 Meter mal 40 Meter, einen Au├čenplatz mit einer Fl├Ąche von mindestens 1 200 Quadratmeter und einer Breite von mindestens 20 Meter sowie einen Springparcours, der dem in der Ausbildungsordnung beschriebenen Schwierigkeitsgrad im Springreiten entspricht, verf├╝gen. Ganzj├Ąhrig nutzbare Auslauffl├Ąchen und Bewegungspl├Ątze m├╝ssen vorhanden sein.

(4)  Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Pferderennen muss ├╝ber einen Bestand von mindestens zehn Pferden im Training in dem jeweiligen Einsatzgebiet verf├╝gen, die einen durchgehenden Trainingsbetrieb sicherstellen. Die Teilnahme an Pferderennen ist nachzuweisen. Die Ausbildungsst├Ątte muss ├╝ber eine geeignete Trainingsbahn, ganzj├Ąhrig nutzbare Auslauffl├Ąchen und Bewegungspl├Ątze verf├╝gen sowie eine Anbindung an eine Galopp- oder eine Trabrennbahn haben.

(5)  Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Spezialreitweisen muss ├╝ber einen Bestand von mindestens drei Pferden verf├╝gen, der die Ausbildung von Pferden und Reitern sowie Reiterinnen in den Kerndisziplinen des jeweiligen Einsatzgebiets bis zu den in der Ausbildungsordnung f├╝r diese Fachrichtung beschriebenen Schwierigkeitsgraden und Anforderungen sicherstellt. Die materiell-technischen Voraussetzungen zur Ausbildung von Kunden im Reiten m├╝ssen vorhanden sein. Insbesondere muss die Ausbildungsst├Ątte ├╝ber eine gedeckte Reitbahn mit einer Fl├Ąche von mindestens 20 Meter mal 40 Meter sowie einen Au├čenplatz mit einer Fl├Ąche von mindestens 20 Meter mal 40 Meter oder eine Ovalbahn verf├╝gen. Ganzj├Ąhrig nutzbare Auslauffl├Ąchen und Bewegungspl├Ątze m├╝ssen vorhanden sein.

┬ž 3 Ausnahmeregelung

Eine Ausbildungsst├Ątte, in der die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten (berufliche Handlungsf├Ąhigkeit) nicht im vollen Umfang vermittelt werden k├Ânnen, gilt als geeignet, wenn sichergestellt ist, dass diese durch Ausbildungsma├čnahmen au├čerhalb der Ausbildungsst├Ątte in einer anderen anerkannten Ausbildungsst├Ątte, in Form von Ausbildungsverb├╝nden oder in Form ├╝berbetrieblicher Ausbildung vermittelt werden k├Ânnen.

┬ž 4 Inkrafttreten, Au├čerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verk├╝ndung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung ├╝ber die Eignung der Ausbildungsst├Ątte f├╝r die Berufsausbildung zum Pferdewirt vom 4. Februar 1980 (BGBl. I S. 136) au├čer Kraft.

Bonn, den 7. Februar 2011

Die Bundesministerin f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz