Ausbildung

Abschrift der Verordnung ├╝ber die Eignung der Ausbildungsst├Ątte f├╝r die Berufsausbildung zum G├Ąrtner/zur G├Ąrtnerin

Vom 12. August 1997 (BGBl. I S. 2044)

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Auf Grund des ┬ž 82 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch Artikel 5 Nr. 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1993 (BGBl. I S. 2256) ge├Ąndert worden ist, in Verbindung mit Artikel 56 des Zust├Ąndigkeitsanpassungs-Gesetzes vom 18. M├Ąrz 1975 (BGBl. I S. 705) und dem Organisationserla├č vom 17. November 1994 (BGBl. I S. 3667) verordnet das Bundesministerium f├╝r Ern├Ąhrung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Bundesministerium f├╝r Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie nach Anh├Ârung des St├Ąndigen Ausschusses des Bundesinstituts f├╝r Berufsbildung:

┬ž 1

F├╝r die Eignung der Ausbildungsst├Ątte gelten neben den in ┬ž 22 Abs. 1 Nr. 2 des Berufsbildungsgesetzes genannten Anforderungen die in den nachfolgenden ┬ž┬ž 2 und 3 n├Ąher festgelegten weiteren Anforderungen.

┬ž 2 Mindestanforderungen an die Einrichtung und den wirtschaftlichen Zustand

(1) Die Ausbildungsst├Ątte mu├č nach Art und Umfang der Produktion oder nach Art und Umfang der Dienstleistungen die Voraussetzungen daf├╝r bieten, da├č dem Auszubildenden die in der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum G├Ąrtner/zur G├Ąrtnerin vom 6. M├Ąrz 1996 (BGBl. I S. 376) geforderten Fertigkeiten, Kenntnisse und F├Ąhigkeiten der beruflichen Grundbildung, der gemeinsamen beruflichen Fachbildung und der Ausbildung in der jeweiligen Fachrichtung vermittelt werden k├Ânnen. Eine kontinuierliche Anleitung mu├č gew├Ąhrleistet sein.

(2) Die Ausbildungsst├Ątte mu├č als Haupterwerbsbetrieb, als selbst├Ąndige gartenbauliche Betriebseinheit oder als Betrieb der ├Âffentlichen Hand nach betriebswirtschaftlichen Grunds├Ątzen gef├╝hrt werden. Die Wirtschaftsergebnisse m├╝ssen buchf├╝hrungsm├Ą├čig erfa├čt sein.

(3) Die Geb├Ąude, baulichen Anlagen und technischen Ausstattungen m├╝ssen den im Hinblick auf die gew├Ąhlte Fachrichtung zu stellenden Anforderungen entsprechen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sein.

(4) Es mu├č gew├Ąhrleistet sein, da├č die erforderlichen Betriebsmittel, insbesondere die Ger├Ąte, Maschinen und technischen Einrichtungen, f├╝r die Ausbildung zur Verf├╝gung stehen und in ordnungsgem├Ą├čem Zustand sind. Die notwendigen Einrichtungen zu deren Pflege sowie f├╝r einfache Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten m├╝ssen vorhanden sein.

(5) Ausbildende haben einen Abdruck der Verordnung ├╝ber die Berufsausbildung zum G├Ąrtner/zur G├Ąrtnerin und der Pr├╝fungsordnung sowie den Ausbildungsplan an geeigneter Stelle im Betrieb zur Einsicht auszulegen oder auszuh├Ąndigen. Dem Auszubildenden soll f├╝r die betriebliche Ausbildung f├Ârderliche Fachliteratur zur Verf├╝gung stehen. Soweit tarifvertragliche Regelungen f├╝r den Ausbildungsbetrieb gelten, sind diese im Betrieb zur Einsicht auszulegen.

(6) Die Ausbildungsst├Ątte mu├č Gew├Ąhr daf├╝r bieten, da├č die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes, die Unfallverh├╝tungsvorschriften und sonstige Vorschriften zum Schutze des Auszubildenden eingehalten werden k├Ânnen. Sie mu├č ├╝ber geeignete Sozialr├Ąume und Sanit├Ąrr├Ąume verf├╝gen. Bei der Antragstellung gem├Ą├č ┬ž 82 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes mu├č eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der zust├Ąndigen Berufsgenossenschaft ├╝ber die Einhaltung der Unfallverh├╝tungsvorschriften vorliegen, die nicht ├Ąlter als ein Jahr ist.

(7) Wenn ├╝ber das Verm├Âgen des Inhabers ein Konkurs- oder Vergleichsverfahren er├Âffnet worden ist, ist zu vermuten, da├č der Betrieb als Ausbildungsst├Ątte ungeeignet ist.

┬ž 3 Fachrichtungsspezifische Mindestanforderungen an die Ausbildungsst├Ątte

(1) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Baumschule mu├č ├╝ber ein ausreichend breites Sortiment f├╝r verschiedene Verwendungszwecke in regelm├Ą├čiger Kulturfolge verf├╝gen sowie Fertigkeiten und Kenntnisse von der Anzucht bis zur verkaufsfertigen Pflanze vermitteln k├Ânnen. Ausreichende Fl├Ąchen des ganzj├Ąhrig gesch├╝tzten Anbaus, ├ťberwinterungsr├Ąume, Freiland- und Containerfl├Ąchen sowie geeignete Einrichtungen f├╝r die Aufbereitung und die Vermarktung der Baumschulerzeugnisse m├╝ssen vorhanden sein.


(2) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Friedhofsg├Ąrtnerei mu├č die Voraussetzungen f├╝r die Neuanlage verschiedener Grabarten, die Durchf├╝hrung von Pflanz- und Pflegearbeiten sowie die Erstellung von Dekorationen und Trauerbinderei erf├╝llen. Geeignete R├Ąume f├╝r eine Produktion in ausreichendem Umfang und Verkaufseinrichtungen m├╝ssen vorhanden sein.

(3) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau mu├č die Voraussetzungen daf├╝r bieten, Au├čenanlagen als landschaftsg├Ąrtnerisches Gesamtwerk unter Beachtung der einschl├Ągigen Fachnormen und sonstiger anerkannter Regeln der Technik zu erstellen und zu pflegen.

(4) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Gem├╝sebau mu├č ├╝ber Einrichtungen zur Anzucht sowie ├╝ber ausreichende Gew├Ąchshausfl├Ąchen oder andere Fl├Ąchen des gesch├╝tzten Anbaus verf├╝gen. Erg├Ąnzend sollen Freilandfl├Ąchen in angemessener Gr├Â├če vorhanden sein. Es m├╝ssen verschiedene Gem├╝searten angebaut werden. Geeignete Einrichtungen f├╝r die Aufbereitung und die Vermarktung des Gem├╝ses m├╝ssen vorhanden sein.

(5) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Obstbau mu├č mehrere Obstarten in Best├Ąnden unterschiedlichen Alters anbauen. Geeignete Einrichtungen f├╝r die Aufbereitung, Lagerung und die Vermarktung des Obstes m├╝ssen vorhanden sein.

(6) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Staudeng├Ąrtnerei mu├č ├╝ber ausreichende Gew├Ąchshausfl├Ąchen verf├╝gen. Au├čerdem m├╝ssen Freilandfl├Ąchen in angemessener Gr├Â├če f├╝r die Produktion und als Mutterpflanzenquartier vorhanden sein. Das Sortiment mu├č Stauden in unterschiedlichen Kulturformen und Lebensbereichen umfassen. Geeignete Einrichtungen f├╝r die Aufbereitung und die Vermarktung der Stauden m├╝ssen vorhanden sein.

(7) Die Ausbildungsst├Ątte in der Fachrichtung Zierpflanzenbau mu├č ├╝ber ausreichende heizbare Gew├Ąchshausfl├Ąchen verf├╝gen. Die Kulturen m├╝ssen Zierpflanzen f├╝r verschiedene Verwendungszwecke umfassen. Geeignete Einrichtungen f├╝r die Aufbereitung und die Vermarktung der Zierpflanzen m├╝ssen vorhanden sein.

┬ž 4 Ausnahmeregelungen

Eine Ausbildungsst├Ątte, die den Anforderungen dieser Verordnung nicht in vollem Umfang entspricht, kann f├╝r die Ausbildung anerkannt werden, wenn sichergestellt ist, da├č die durch die Ausbildungsst├Ątte nicht vermittelbaren erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse durch Ausbildungsma├čnahmen au├čerhalb der Ausbildungsst├Ątte in Form ├╝berbetrieblicher Ausbildung oder in einer anderen anerkannten Ausbildungsst├Ątte vermittelt werden k├Ânnen.

┬ž 5 Inkrafttreten, Au├čerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verk├╝ndung in Kraft.