Fachwissen, Teamgeist und Praxiserfahrung: Beim Bundesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend 2025 haben sich die besten Nachwuchskräfte der Grünen Berufe miteinander gemessen.

In Bad Sassendorf (Nordrhein-Westfalen) und Ihringen (Baden-Württemberg) bewiesen 98 junge Frauen und Männer in fünf Sparten und zwei Leistungsklassen, was sie können. Jetzt stehen die Siegerinnen und Sieger fest.

Theresa Schmidt, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) zeigte sich beeindruckt vom Leistungsniveau und von dem Respekt, den die jungen Menschen einander entgegengebracht haben: „Das stimmt hoffnungsfroh, hat der Wettbewerb doch das Potenzial sichtbar gemacht, das in der jungen Generation steckt: für die Grünen Berufe, für unser Land, für unsere Zukunft.“ Seit Februar laufen die deutschen Jugendmeisterschaften der Grünen Berufe, an denen sich fast 10.000 junge Menschen beteiligt haben. Im Finale vom 2.bis 6. Juni, das in den Sparten Land-, Tier-, Haus- und Forstwirtschaft auf dem Landwirtschaftszentrum Haus Düsse und im Weinbau auf dem Staatsweingut Freiburg ausgetragen wurde, waren detailliertes Fachwissen, präzises Handeln und auch Teamwork gefragt.

Landwirtschaft I und II: Auf dem Acker ging es für die 21 landwirtschaftlichen Auszubildenden darum, GPS-Einsatz und technische Innovation zu koordinieren und einen Getreidebestand unter die Lupe zu nehmen. Vitalität, Schaderreger, Beikräuter – alles musste beurteilt werden. Im Stall mussten an einem Simulator Kälber fachgerecht enthornt werden; auch Fragestellungen zur Alters- und Gesundheitskontrolle sowie zu rechtlichen Vorgaben und Sicherheits- und Tierschutzaspekten mussten berücksichtigt werden. Diese Aufgaben meisterte Lea Sensen (Rheinland-Pfalz) am besten.

Auf einer simulierten Berufsmesse den eigenen Betrieb vorstellen und gezielt um Fachkräfte werben – das waren die Aufgaben, in denen angehende Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter in neun Zweierteams überzeugten. In einer anderen Aufgabe vermittelten sie Azubis praxisnah ihr Wissen, damit sie mit dem Grünlandstriegel umgehen können: Narbenbeurteilung, Saatmengenberechnung, Abdrehen des Streuers. Schließlich hatten die angehenden Betriebsleitenden in einem Gebiet mit hoher Nitratbelastung einen Weizenbestand zu bewerten. Den Sieg in dieser Leistungsgruppe nahmen Benedikt Götz und Jona Waltersbacher (Baden-Württemberg) mit nach Hause.

Hauswirtschaft und Forstwirtschaft: Die sieben jungen Hauswirtschafterinnen, die es ins Finale geschafft hatten, absolvierten die praktischen Aufgaben in den Räumen des Gisbert-von-Romberg-Berufskollegs der Stadt Dortmund: Sie lieferten Gebäck für ein Buffet, diskutierten über Künstliche Intelligenz und brachten ihren Gästen richtiges Bügeln bei. Sophia Ziesel (Bayern) erreichte in der Hauswirtschaft den ersten Platz; Jonas Pelstring (Baden-Württemberg) gelang dies im forstwirtschaftlichen Wettbewerb. Dabei hatten die 23 angehenden Forstwirtinnen und Forstwirte mit einer fiktiven zehnten Klasse eine nachhaltige Pflanzaktion zu Wiederbewaldung vorzubereiten. Im praktischen Wettbewerb zeigen, wie gut sie mit der Motorsäge umgehen können: Für das zielgenaue, sichere Fällen eines Baumes hatten sie eine Minute Zeit, für das stammebene Entasten 40 Sekunden. Sie pflanzten Bäume in Reihe, identifizierten Schädlinge und bewiesen Fachwissen rund um Holzernte und Bestandspflege.

Tierwirtschaft: Den Einfluss politischer Vorgaben auf die Tierhaltung mussten die acht Auszubildenden in der Tierwirtschaft bei der Präsentationsaufgabe erläutern: von verschärften Tierschutzvorgaben bis zu klimaorientierten Fütterungsvorschriften. In der Theorie hatten die Finalteilnehmenden unter anderem die Fruchtbarkeit von Tieren zu berechnen. In der Praxis prüften sie Futtermittel und stellten passende Futterrationen zusammen. Außerdem begutachteten sie Kühe oder Sauen, um etwa den besten Zuchtbullen auszuwählen oder ein Tier für die Ferkelaufzucht zu bestimmen. Jasmin Hach (Sachsen) belegte unter den angehenden Tierwirten den ersten Platz.

Weinbau I und II: Parallel zum Bundesentscheid der Sparten Land-, Forst-, Haus- und Tierwirtschaft gingen Deutschlands beste Nachwuchswinzerinnen und -winzer auf dem Staatsweingut Freiburg in zwei Leistungskategorien an den Start: Auszubildende (Weinbau I) und künftige Betriebsleitende (Weinbau II). In der Berufstheorie mussten die 15 Auszubildenden beispielsweise ihre Kenntnisse zu den ausweispflichtigen Weinzutaten, zum Riesling oder zu den größten Weinbaugebieten in der EU unter Beweis stellen. Auf dem Weinberg standen konkrete Bewirtschaftungsfragen im Vordergrund: Welche Maschine und welche Werkzeuge sind in Ihringen am besten geeignet, um den Boden zu belüften und die Begrünung einzuarbeiten. Im Keller des Staatsweinguts Freiburg war der Umgang mit dem Schichtenfilter gefragt, um einen Wein steril abzufüllen.

In der Leistungskategorie Weinbau II hatten die sechs Jungwinzerinnen und Jungwinzer die Chance, dem Bundeslandwirtschaftsminister Lösungsvorschläge für die aktuellen Herausforderungen der Weinwirtschaft zu unterbreiten – allerdings nur in einem fiktiven Gespräch, in dem die Wettbewerbsrichterinnen und -richter die Rolle der Politikverantwortlichen übernahmen. Nach dem Test des Allgemeinwissens und der Berufstheorie – es ging unter anderem um alkoholfreien Wein, die Wirtschaftlichkeit einer eigenen Abfüllanlage und Rebkrankheiten – stand die Praxis an. Die künftigen Betriebsleitenden mussten den Zustand der Reben und des Weinberges in Ihringen analysieren, um den geeigneten Pflanzenschutz zu berechnen. In einer anderen Aufgabe mussten Rebsorte, Restzucker und Jahrgang bestimmt werden. Auf den ersten Plätzen landeten in der Kategorie Weinbau I Felix Winkler (Rheinland-Pfalz, Anbaugebiet Pfalz) und in der Kategorie Weinbau II Johanna Schott (Rheinland-Pfalz, Anbaugebiet Nahe).

Weitere Informationen und Platzierungen: www.landjugend.de/mitmachen/berufswettbewerb/ 

Starkes Bündnis für starke Berufe

Seit über 70 Jahren lenkt der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Grünen Berufe und die ländlichen Räume. Er zählt zu den größten Fort- und Weiterbildungsprojekten im Agrarbereich in Europa. Veranstaltet vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) und dem Deutschen Bauernverband (DBV) mit ihren Landesverbänden, wird er von einem breiten Bündnis aus Verbänden, Organisationen und ehrenamtlich Engagierten getragen. Die Bundesentscheide 2025 wurden von der Westfälisch-Lippischen Landjugend und dem Landjugendverband Südbaden gemeinsam mit den jeweiligen Bauernverbänden organisiert

Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) sowie die Landwirtschaftliche Rentenbank, macht der Wettbewerb die Vielfalt, Stärke und Zukunftsfähigkeit der Grünen Berufe sichtbar. Mit dem Berufswettbewerb 2025 rücken nicht nur engagierte Nachwuchskräfte ins Scheinwerferlicht – er zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial im ländlichen Raum steckt.