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- 60 Jahre ZVG: Bildung ist Zukunft
Bildung ist Zukunft
Artikel in der Zeitschrift "Gartenbau Report" des Zentralverbandes Gartenbau im September 2008 anlässlich des 60jährigen Geburtstages
Der gemeinsame Beruf ist das entscheidende Fundament unseres Berufsstandes. Dabei stehen die Aus- und Fortbildung in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen und werden von der Bildungspolitik geprägt. Die Förderung einer qualifizierten Berufsbildung von der Lehre bis zum Studium ist ein wichtiges berufsständisches Ziel, um den Gartenbau mit seinen Unternehmen und Beschäftigten zukunftsfähig und innovativ zu halten. Für die Standortbestimmung und zukünftige Entwicklung sind viele Chancen aber auch Risiken erkennbar.
Fachkräftemangel abwenden
Der demografische Wandel mit bereits deutlich weniger Schulabsolventen wird sich bundesweit weiter verschärften. Wachsende Konkurrenz auf dem Ausbildungsmarkt zu anderen Branchen kann mittelfristig zu einem Fachkräftemangel im Gartenbau führen. Um als grüne Branche erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben, ist deshalb ein besonderes Engagement der Betriebe für eine qualifizierte Ausbildung unabdingbar.
Die Ausbildungsinitiativen der Verbände sind weiter zu verstärken und personelle Kapazitäten und Finanzmittel bereitzustellen. Nur mit konsequenten Maßnahmen wird es gelingen, geeignete Jugendliche für den Gartenbau zu interessieren. Entscheidend bleibt auch hier der Einsatz der Unternehmen, wie sie sich durch ihre Leistungen als Ausbildungsbetriebe einen Namen machen.
In der beruflichen Bildung sind grundlegende Reformen in der Diskussion und führen derzeit zur Verunsicherung der Ausbildungspraxis. Gravierend ist die Tendenz, mit neuen Strukturmodellen das duale Ausbildungsmodell zu verändern. Dabei spielen auch europäische Gesichtspunkte eine zunehmende Rolle. Der Gartenbau ist in diesem Prozess gefordert, bewährte Qualitätsstandards in der Aus- und Fortbildung zu sichern. Hierzu gehört auch, bestehende Regelungen auf Strukturveränderungen der Branche auszurichten.
Differenzierte Bildungsgänge
Ausbilder bemangeln häufig die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabsolventen und ihre Defizite in der Allgemeinbildung. Intelligente Auszubildende fühlen sich dagegen, z.B. im Berufsschulunterricht, unterfordert. Deshalb setzt sich der ZVG für mehr zielgruppenspezifische Ausbildungsangebote ein.
Zum einen geht es um Berufsausbildungsvorbereitung und Einstiegsqualifizierung für lernschwache Jugendliche, die auch während der Ausbildung stärker begleitende Hilfen erhalten sollten. Dies gilt auch für die Integration behinderter Menschen. Zum anderen sind für begabte Auszubildende zusätzliche Perspektiven zu eröffnen. Praktika im Ausland, Zusatzqualifikationen und neue Fortbildungsregelungen sollten deshalb forciert werden.
Berufsständische Jugendarbeit
Mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner verfügt der gärtnerische Berufsstand über eine wichtige Jugendorganisation. Hier gelingt es, für die Branche und für berufsständische Aufgaben wichtige Basisarbeit zu leisten und weltweite Kontakte zu knüpfen. Dieses wertvolle Netzwerk gilt es auch in Zukunft zu fördern und weriterzuentwickeln.
Fort- und Weiterbildung
In der Fort- und Weiterbildung wird der Trend zu berufsbegleitenden Angeboten, e-learning oder modular ausgerichteter Fortbildung zunehmen. Die 1966 vom ZVG und seinen Mitgliedsorganisationen gegründeten Bildungsstätte Gartenbau Grünberg hat sich zunehmend zu einer "grünen Akademie" entwickelt und ihr Weiterbildungsangebot für alle Berufsgruppen ausgebaut.
Hochschulen
Der Umstellungsprozess an den Hochschulen mit den Studiengängen Gartenbau und Landschaftsarchitektur auf Bachelor- und Masterstudiengänge schreitet weiter voran. Geänderte Hochschulprofile, verbunden mit einer differenzierten inhaltlichen Ausrichtung, geben neue Impulse. Der Berufsstand gestaltet diesen Prozess mit, u.a. im Dialog mit den Hochschulen oder im Rahmen der Akkreditierungsverfahren. Ziel ist es, im Interesse des Berufsstandes den Ausbau leistungsfähiger Strukturen und praxisorientierter Angebote in Forschung und Lehre zu erreichen.









