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Neue Prüfungskonzepte für Pferdewirtinnen und Pferdewirte

14.08.2012 Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Zur Pferdepflege gehört das Füße waschen. Copyright: Maria Kondratjeva - Fotolia.com

Im Mittelpunkt der Prüfungen steht jetzt die sogenannte Handlungsorientierung, die Auszubildenden sollen demnach die ihnen gestellten Aufgaben "selbstständig planen, durchführen und kontrollieren".

Nach Änderung der Ausbildungsverordnung für die Pferdewirte 2010 hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit den Prüfungsausschüssen neue Prüfungskonzepte entwickelt. Im Sommer 2011 wurden die ersten Zwischenprüfungen nach den neuen Vorschriften durchgeführt, im Frühjahr und Sommer 2012 die neuen Abschlussprüfungen.

Richtschnur für die Prüfungskonzeptionen sind die Gesetzestexte, die praxisgerecht interpretiert und in konkrete Aufgaben von den Prüfungsausschüssen umgesetzt werden müssen.

Ablauf komplett durchdenken und planen

Die neue Prüfungskonzeption sieht vor, dass die Prüflinge die praktischen Aufgaben schriftlich an die Hand bekommen und dann an der Prüfungsstation Zeit haben, die Aufgabe zunächst vorzuplanen. Dazu ist es notwendig, dass der Prüfling die komplette Aufgabe durchdenkt und überlegt, welche Hilfsmittel benötigt werden und wie der Ablauf der einzelnen Tätigkeiten folgerichtig aneinander zu reihen ist. Am Ende jeder praktischen Station findet ein Fachgespräch statt.

Neu: die Kundenberatung

In der Fachrichtung "Pferdehaltung und Service" ist die Kundenberatung neu. Der Prüfling soll hier in der Lage sein, einen potenziellen Kunden in wichtigen Fragen der Haltung und der Umgangsweise mit seinem Pferd zu beraten und sogar auszubilden. In der Praxis kommt dies in Pensionsbetrieben vor, wenn ein Einsteller mit seinen Fragen zum Betriebsleiter geht.

Eine praktische Aufgabe dazu kann beispielsweise lauten: "Ihre Einstellerin möchte mit ihrem Pferd nach Bayern in den Urlaub fahren. Sie hat bisher nur zweimal ein Pferd transportiert. Geben Sie ihr praktische Tipps, wie das Pferd zu verladen und zu transportieren ist. Führen Sie den Verladevorgang anschließend praktisch durch."

Die einzelnen Fachrichtungen prüfen verschiedene zuständige Stellen

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist für die Prüfungen in den Fachrichtungen "Pferdehaltung und Service" und "Pferdezucht" zuständig.

  • In der Fachrichtung "Pferdehaltung und Service" müssen die Auszubildenden die Fächer Kundenberatung und -ausbildung, Bewegen von Pferden, Haltung und Versorgen von Pferden, Betriebsorganisation und Wirtschafts- und Sozialkunde absolvieren.
  • Die Fachrichtung "Pferdezucht" beinhaltet die Fächer Durchführung von Zuchtmaßnahmen, Haltung und Betreuung von Zuchtpferden, Vorstellen von Pferden, Planung und Organisation der Pferdezucht sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Die Prüfungen für Auszubildende mit den Fachrichtungen "Klassische Reitausbildung", "Pferderennen" und "Spezialreitweisen" werden von anderen zuständigen Stellen im Bundesgebiet durchgeführt. Diese Arbeitsteilung sorgt dafür, dass die Kosten für die Prüfungen in einem akzeptablen Rahmen bleiben, andererseits aber auch Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Fachrichtungen in die Prüfungsausschüsse berufen werden können.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Informationen zum Beruf Pferdewirt/in im Bildungsserver Agrar

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